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Übung am Blauen See

Eis ist immer gefährlich

12.02.2012 | 17:21 Uhr
Eis ist immer gefährlich
Am 12.02.2012 hielt die Feuerwehr in Dorsten auf dem zugefrorenen Blauen See eine Eisrettungsübung ab. Foto: André Elschenbroich / WAZ FotoPool

Dorsten.Klirrende Kälte herrscht am Ufer des Blauen Sees in Dorsten: In einem orangefarbenen Schutzanzug arbeitet sich flach auf der Eisfläche robbend, ein Feuerwehrmann in Richtung einer leblosen Figur vor, die halb im eisigen Wasser zu versinken droht. Die Eisrettungsübung der Dorstener Feuerwehr ist in vollem Gange und die Strapazen, die bereits während dieser Übung entstehen, lassen ahnen, wie gefährlich ein solcher Einsatz ist, wenn er dann Realität wird.

„Grundsätzlich sind Eisflächen eine gefährliche Angelegenheit. Das hat nichts mit der Wassertiefe zu tun. Egal, wie lange Frost herrscht: Wo Wasser fließt, entstehen Hohlräume. Wer Eislaufen will, der soll in die Eishalle gehen. Alles andere ist lebensgefährlich“, sagt Olaf Kliem von den Dorstener Rettungsprofis. Drei Brandmeisteranwärter üben an diesem unwirtlichen Sonntagmorgen das gefährliche Geschäft der Eisrettung unter Anleitung erfahrener Kollegen.

Man sieht Benjamin Bannwitz, Matthias Großfeld und Andreas Fröhner die Anspannung an, die sie vor dem Gang auf das Eis erfüllt. Sie tragen spezielle Kälteschutzanzüge, die ein Überleben sichern, falls der Retter selbst ins Eis einbricht. Leinen sichern die Retter und Leinen spielen bei der Eisrettung eine ganz wichtige Rolle. „Wir werfen im Fall der Fälle als erstes eine Leine. Das hat auch psychologische Gründe, denn die Leine vermittelt dem in Not befindlichen Opfer die Sicherheit, dass ihm geholfen wird. Wir können auch mit der Leine einen ersten Rettungsversuch wagen“, so Kliem, der sehr genau beobachtet, wie sich seine Auszubildenden bei dieser Aktion verhalten.

„Angst habe ich nicht, aber es ist schon eine ganz besondere Situation, bei der man sehr genau auf das Gelernte achten muss“, sagt denn auch Matthias Großfeld, der auf seinen Einsatz wartet. „Wenn jemand eingebrochen ist, dann ist die Lage sehr schnell lebensbedrohlich. Wichtig ist, dass der Gerettete so schnell wie möglich aus den nassen Kleidungsstücken kommt. Die Extremitäten kühlen schnell aus und dieser Prozess wird durch die kalten Kleidungsstücke beschleunigt. Wichtig ist auch, dass Bewegungen vermieden werden, denn es könnte so zu zusätzlichen Komplikationen kommen, wenn unterkühltes Blut in die Herzkammern gerät“, sagt Kliemt.

Zwischenzeitlich hat der Retter den Dummy erreicht und es gilt, die über 100 Kilo schwere Figur schnell und sicher an Land zu bringen. Trotz der Kälte ein schweißtreibendes Unterfangen. Diese Rettungsübung zeigt einmal mehr, dass die Feuerwehrleute sich selbst erheblichen Gefahren aussetzen, wenn sie ihren Beruf ausüben. „Dieser Job und auch andere Rettungsdienste im Wasser sind gefährlich. Wir passen auch bei den Übungen höllisch auf, denn niemand möchte, dass unsere Taucher aktiv werden müssten“, sagt Kliem.

Derweil bergen seine Männer das Gerät und verbringen es sorgfältig in die Fahrzeuge, Nach der Übung ist vor dem Ernstfall: Ein Tatsache, die zu dem Beruf dieser Helden des Alltags gehört.

Jo Gernoth

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