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Familie Schürholz

Eine Dorstener Dynastie

01.09.2010 | 15:35 Uhr

Dorsten.1798 kam Carl August, Buchhändler, -binder und –drucker, als erster Schürholz aus Drolshagen nach Dorsten, kaufte ein Haus an der Lippestraße, gründete hier 1804 den „Argus“, die erste Zeitung im Kreis Recklinghausen. Sie war den französischen Machthabern zu frech, wurde 1809 verboten.

Das „Hochhaus am Markt“ (hier um 1900) wurde im Krieg zerstört.

1805 folgte sein Vater Matthias Johann Schürholz nach Dorsten, richtete als Mieter ebenfalls an der Lippestraße eine Blaufärberei für Stoffe ein, 1808 ergänzt um einen Laden für „Tuche und Ellenwaren”, den er seinem zweiten Sohn Johann Heinrich übertrug. Dessen Handelsregistereintrag „Joh. Hch. Schürholz” von 1808 existiert bis heute. Auch wenn das Unternehmen nicht mehr handelt, sondern die Immobilie am Markt verwaltet – mit 202 Jahren dürfte „Joh. Hch. Schürholz” eine der ältesten Firmen in Dorsten sein.

1816 kaufte der junge Tuchhändler schließlich das Haus Markt 4, etablierte ein Textilgeschäft, die Keimzelle der heutigen Großimmobilie. Das Unternehmen wuchs mit den Generationen, mit den Veränderungen durch die Geschichte, mit dem Bahnanschluss ab 1871 und dem Bergbau ab 1911. Wilhelm Schürholz, der Großvater des heutigen Eigentümers, stockte das Haus 1900/01 so auf, dass es alle anderen um eine Etage überragte. Dorsten sprach vom „Hochhaus am Markt”. Wilhelms Bruder Heinrich war 1887 Mitbegründer der Teppichfabrik „DeutschenKokos-Weberei” (Dekowe) an der Marienstraße. Auch das ist ein (anderes) Kapitel der Stadtgeschichte.

Wilhelms Söhne Paul (viele Jahre Bürgermeister von Dorsten) und Josef kauften die Nachbarhäuser Markt 5 (1935) und Markt 6 (1928), um das Textilhaus auszubauen. Die Bombenangriffe am 22. März 1945 legten mit dem größten Teil der Stadt (80 % zerstört) auch das Dreifachhaus am Markt in Trümmer. Nur vom mittleren Gebäude blieben ausgebrannte Mauern stehen. Bis 1958 dauerte der Wiederaufbau in der heute bekannten Gestalt. In diesem Jahr beschäftigte das Textilhaus 125 Mitarbeiter. Bis 1969 blieb es in Familienhand.

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