„Dorsten war Großstadt“
13.09.2010 | 17:25 Uhr 2010-09-13T17:25:00+0200
Dorsten.„Nach einer kurzen Nacht“, so die Begrüßungsworte des Bürgermeisters, zeigen sich die Organisatoren der Local Heroes-Woche kaum ermattet, aber hocherfreut. Am Sonntag überreichte Christel Briefs das Krönchen der Kulturhauptstadt an Mülheim an der Ruhr, den „Hero“ dieser Woche.
„Kultursommer“ und Dorstival an einem Wochenende – „War das nicht alles eine Nummer zu groß?“ Die Frage stellte sich Lambert Lütkenhorst selbst – und verneinte entschieden. „Es hat sich toll ergänzt. Ich glaube, dass unser Konzept aufging.“ Während ROR die Rockfans jeden Alters begeisterte, betont der Bürgermeister und zugleich Kulturdezernent die aktive Teilhabe von Jugendlichen: von Ten Sing vor acht Tagen im Schlosspark bis zum internationalen Jugendforum: „Sie wurden nicht nur bespielt, sondern waren beteiligt.“
Diesen Aspekt stellt auch Klaus Schmidt heraus im Vergleich des Dorstener Programms mit dem der bisher 35 „Helden“-Städte: „Wir liegen ganz vorne, was die Teilhabe von Jugendlichen angeht.“ Der Kulturamtsleiter formuliert „bewusst theatralisch“, wie er selbst sagt: „Ich glaube, dass Dorsten kulturell ein Stück näher zusammen gerückt ist.“
Enttäuschend für die sieben beteiligten Ensembles war wohl nur der verregnete Sonntag-Nachmittag, als die Zahl der Zuschauer auf dem Markt von 300 bis 30 sackte. „Aber alle Gruppen wollten es tapfer durchziehen“, so Lütkenhorst, der selbst die Ansagen übernahm. Der Bürgermeister kann zwar auch nichts fürs Wetter, plant aber „einen Akt der Wiedergutmachung“ – etwa mit Auftritten während der Ehrenamts-Gala.
„Gin Fis“, das Quintett a cappella, buchte das Kulturbüro bereits mit seinem Advents-Special. Und die Big Band Dorsten (die auch noch den strahlendsten Abend genießen durfte) erhielt eine Einladung in die Partnerstadt Dormans.
„Mit dem Wetter haben wir wirklich noch Glück gehabt“, meint Andrea Kortemeyer. Die Kulturhauptstadt-Beauftragte zitiert einen begeisterten Besucher: „Dorsten war Großstadt.“ Die neue Bühnen-Platzierung freute die Künstler dank funktionaler Bühne und des Alten Rathauses als Backstage-Raum. Und der Blick auf St. Agatha ist auch fürs Publikum attraktiv.
Die Termin- und Raumplanung jedoch, darauf verweist Klaus Schmidt, geschah „mit Millimeterpapier und Stoppuhr.“ Doch über den Samstags-Wochenmarkt reden die Verantwortlichen nur „off the record“. Soviel habe die Volksbank als Hauptsponsor des „Kultursommers“ bereits signalisiert, berichtet Klaus Schmidt: „Wir wollen an der Marke weiter arbeiten“ – und zwar im Zwei-Jahres-Takt.
Selbst für die höchstkulturelle Darbietung der „Stelzer“ sieht das Kulturbüro eine zweite Chance. Der Auftritt habe „sehr viel Mund-zu-Mund-Propaganda ausgelöst“. Andrea Kortemeyer weiß: „Die Stelzer waren völlig begeistert vom Ambiente. Der Kontakt bleibt bestehen.“
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