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Sebastianschule

„Die Schule lebendig halten“

17.06.2011 | 14:31 Uhr
„Die Schule lebendig halten“
Thomas Schlüter ist neuer Schulleiter der Sebastianschule in Raesfeld.

Raesfeld.Im Februar übernahm Thomas Schlüter die Leitung der Sebastianschule. Seitdem hat er bereits einige neue Dinge angestoßen und weitere Ideen warten auf ihre Umsetzung. „Ich habe mich schon sehr gut eingelebt“, stellt der 36-Jährige fest.

Als Konrektor einer Marbecker Grundschule wechselte er nach Raesfeld, bis zu den Sommerferien bleibt er dort quasi halb noch im Dienst, „ich pendle hin und her“. Seine Nachfolgerin in Borken sei bereits da, es gebe also nur einen „kleinen Abschied“.

Eine „neue Herausforderung“ suchte der gebürtige Nottulner und die stellt die Sebastianschule mit ihren 308 Kindern allein schon wegen ihrer Größe dar. Zumal: „Die Verwaltung wird immer mehr.“

Bewältigen lasse sich die Aufgabe überhaupt nur in einem guten Zusammenspiel mit dem Konrektor, „das ist das A und O“. Mit Manfred Grömping klappt das sehr gut, mehr noch: Das 24-köpfige Kollegium („mit jungen, aber auch sehr erfahrenen Lehrern“) sei „offen für neues“. Sie haben ihrem neuen Chef, der aktuell Englisch und Religion lehrt, signalisiert: „Wir gehen den Weg mit.“

Um Missverständnisse zu vermeiden: Schlüter will die Sebastianschule mit ihrer funktionierenden Gemeinde keinesfalls auf links drehen. Sein Ziel: „Die Schule lebendig halten, es soll keine Routine im negativen Sinn geben“. Um dies zu erreichen, möchte Schlüter der Schule, die für ihr erfolgreiches Schach-Engagement bekannt ist, neue Schwerpunkte geben.

Mit dem Fanfarencorps Raesfeld gibt es bereits eine Kooperation, mit der katholischen Bücherei wäre diese denkbar und wünschenswert, findet Schlüter. „Man geht aufeinander zu“, beschreibt er den aktuellen Stand. Ein Ergebnis der Zusammenarbeit („beschlossen ist noch gar nichts“) könnte der Bücherei-Führerschein „Bib-Fit“ sein, der den Jungen und Mädchen die mögliche Scheu vor den Bücherwänden nimmt und ihnen beim Umgang mit den Medien hilft.

„Schon genehmigt“, so Schlüter, sei ein ästhetisch-künstlerisches Projekt, das in der Offenen Ganztagsschule angesiedelt wird. In 40 Doppelstunden, über ein ganzes Schuljahr verteilt, wollen die Sebastianschüler mit der Marler Künstlerin Monika Zimmer die Wand eines OGS-Raums mit neuen Farben gemeinsam gestalten. Der Schulleiter: „Nach den Sommerferien geht es los.“

Ebenfalls fix: „Wir bauen das Betreuungsangebot aus“; als Alternative zur OGS bis 13.30 Uhr. Und: Bereits bestehende Kontakte zu den Kindergärten möchte Schlüter ausbauen. Er betont generell: „Der Ort hat so viele Ressourcen zu bieten.“

Auch beim Thema Schulbücher ist der 36-Jährige aktiv: Ein neues Werk soll dabei helfen, dass die Jungen und Mädchen „das Lernen lernen“. Statt nur auf die Lösung von Aufgaben fixiert zu sein, sollen die Kinder mehr darauf achten, „den richtigen Weg zu finden“, beschreibt er das Konzept. Weiterer Vorteil: „Der Lehrer kann sich gezielt mit einzelnen Kindern auseinandersetzen.“ Andere Schulen arbeiten bereits damit. Schlüter: „Es wird positiv aufgenommen.“

Sehr positiv überrascht ist der neue Chef nach wie vor vom Engagement der Eltern und dem des Fördervereins, der für jede Jahrgangsstufe jeweils ein anderes Projekt anbietet. „Das ist nur das Grundgerüst“, denn weitere Aktionen kommen hinzu. Lob spendet Schlüter der Raesfelder Gemeindeverwaltung für ihre Flexibilität.

Wünsche der Schüler möchte Schlüter gern umsetzen: Statt des Reifenbergs hätten die Kinder auf dem Pausenhof gern ein Klettergerüst. Vielleicht helfen auch hierbei die kurzen Raesfelder Wege.

Andreas Rentel

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