Der Stadt gehen die Kinder aus
13.01.2012 | 17:07 Uhr 2012-01-13T17:07:00+0100
Dorsten.Die Stadt hat im vergangenen Jahr 542 Einwohner verloren und zählte zum Jahreswechsel noch 77 204 Bürger. Die Nachrichten in dieser Statistik: Die Lücke zwischen Sterbefällen (788) und Geburten (474) fiel größer aus als im Vorjahr (-314 statt -277). Wulfen – Altwulfen und Barkenberg zusammen – bleibt der demografische Verlierer. Spätestens 2013 wird der Doppelstadtteil den Rang als größter Ortsteil wohl an Holsterhausen abgeben müssen.
474 Geburten nur: Das ist (wieder einmal) der niedrigste Wert seit Jahrzehnten. Es sind „nur” 13 weniger als im Jahr davor. Ein Trost ist das nicht: Noch 2009 konnte Dorsten fast 600 neue Bürger begrüßen, bis in die späten 1990er waren es zumeist um die 1000. Dorsten gehen die Kinder aus.
Den 474 kleinen Neubürgern stehen 788 Sterbefälle gegenüber. Mehr geboren als gestorben wurde im letzten Jahr nur in Altendorf. Der „Gewinn” fällt allerdings bescheiden aus: 14 Kinder wurden in Dorstens südlichstem Dorf geboren, 13 Einwohner starben.
Ansonsten klaffen in allen Ortsteilen Lücken zwischen Geburten und Sterbefällen: In der Altstadt mit ihren vielen Altenheimen fällt der Schwund mit -115 (21 Geburten, 136 Sterbefälle) besonders deutlich aus. Große demografische Lücken gemessen an der Zahl der Geburten riss Gevatter Tod außerdem in Wulfen (-77), auf der Feldmark (-53), in Holsterhausen (-20) und Rhade (-18).
Neue Löcher in die Einwohnerstatistik reißt auch der Möbelwagen: 2788 Dorstener zogen weg, nur 2591 kamen in die Stadt (- 197 unterm Strich). Nur die Altstadt (+68), die Feldmark (+42) und Lembeck (+3) konnten Zuwachs durch Wanderung verzeichnen. Wulfen (-150), Holsterhausen (-49) und Hervest (-46) heißen die Verlierer.
Weitere 31 Bürger verlor die Stadt durch Registerbereinigungen, etwa durch Wechsel von Einwohnern vom Haupt- zum Nebenwohnsitz. Manchmal findet Demografie auch nur auf dem Papier statt.
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