Der Mann fürs Soziale
20.11.2009 | 17:02 Uhr 2009-11-20T17:02:00+0100Dorsten. Er ist sozusagen ein „Dorstener Gewächs”, Thomas Rentmeister, der neue Leiter des städtischen Sozialamtes.
Geboren wurde er in Altendorf-Ulfkotte, heute lebt er auf der Hardt. Das Rathaus hat er zum ersten Mal vor 30 Jahren betreten. Damals war er Auszubildender. Am 1. September hat er die Nachfolge von Rita Saalmann als Leiter des Sozialamtes angetreten, die im Sommer in den Ruhestand ging.
Das kam nicht überraschend, schließlich war Rentmeister bereits seit Anfang 2005 stellvertretender Amtsleiter. Damals wurden bundesweit Arbeits- und Sozialämter in Teilen zu „Argen” (Arbeitsgemeinschaften) zusammengelegt. Das Dorstener Sozialamt gab einen Großteil seiner Mitarbeiter an die Arge ab, die später in Vestische Arbeit umbenannt wurde. 26 Mitarbeiter zählt das Sozialamt heute, vor der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe waren es bis zu 80. Seither hat sich die Organisationsstruktur des Sozialamtes mehrfach geändert. Zum letzten Mal in diesem Monat.
Zum Sozialamt kam der heute 47-jährige Vater von zwei Kindern bereits 1993. Dort übernahm er die Fachstelle für Wohnungsnotfälle. Damit hoffte die Stadt damals, die hohe Zahl der Obdachlosen in Dorsten deutlich senken zu können. Drei Jahre später wurde Thomas Rentmeister Abteilungsleiter. Bis zum Schluss kümmerte er sich um die Abteilung Wohnen und Finanzen. Auch in Zukunft ist das Sachgebiet Wohnen direkt dem neuen Amtsleiter unterstellt.
Das Thema Wohngeld bestimmt die tägliche Arbeit
Zwar ist im Laufe der Jahre die Zahl der Asylbewerber, der Flüchtlinge, Aussiedler und Obdachlosen stark gesunken, aber immer noch gibt es in Dorsten Unterkünfte und immer noch kommen Flüchtlinge hierher. Doch anders als noch in den 90-er Jahren bestimmen derzeit Wohngeldfälle die tägliche Arbeit im Sozialamt. Durch eine Novellierung des Wohngeldgesetzes sind seit dem 1. Januar 2009 viel mehr Menschen anspruchberechtigt, erklärt Thomas Rentmeister. Während im vergangenen Jahr in Dorsten 904 Bürger Wohngeld bezogen, waren es in diesem Jahr bis Oktober schon 1580. Bis zum Jahresende erwartet Rentmeister rund 1700 Fälle, also fast doppelt so viele wie vor einem Jahr. Zu bewältigen war dieser Andrang nur durch die Umstruktuierung.
„Ich habe ein gut vorbereitetes Haus übernommen”, freut sich der Nachfolger der langjährigen Amtsleiterin Rita Saalmann. Der Seniorenförderplan wurde noch unter ihrer Ägide fertiggestellt, ein Integrationskonzept, das nun weiter fortgeschrieben werden muss, liegt vor. Das werde eine Aufgabe der nächsten Jahre sein, erklärt Rentmeister. Der Verband evangelischer Kirchengemeinden als Träger des Migrationsreferates hat einen Maßnahmenkatalog entworfen, der nun abgestimmt und mit Prioritäten versehen werden muss. Nur 75 500 Euro stehen im Etat für diese Aufgabe zur Verfügung, damit kann man keine großen Sprünge machen, wenn nicht zusätzlich Drittmittel fließen. Der Sozialausschuss, der sich nach der Kommunalwahl noch neu gründen muss, wird sich wohl erst 2010 damit befassen.
Mehr Seniorenarbeit in Hervest
Dagegen konnte das Sozialamt bereits im Oktober und November drei Maßnahmen im Rahmen der Sozialen Stadt Hervest anstoßen. Zum einen wird das Kultur- und Begegnungszentrum am Brunnenplatz gestärkt, für das die Stadt zum 1. November das frühere SPD-Büro angemietet hat. Zum anderen soll in Hervest die Senioren-Arbeit, auch für Senioren mit Migrationshintergrund, ausgebaut und ein Netzwerk gebildet werden. Und schließlich finanziert die Stadt beim Verband ev. Kirchengemeinden eine Stelle für diese Arbeit mit. Möglich wurden diese Maßnahmen durch eine Sonderregelung, denn der eigentliche Bewilligungsbescheid für das Integrierte Handlungskonzept liegt immer noch nicht vor.
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