Der Ire aus Ostberlin
08.01.2010 | 15:26 Uhr 2010-01-08T15:26:00+0100Dorsten. Mit dem Pseudonym Saul O'Hara landete Peter Hacks einen frühen Boulevard-Hit auf den Bühnen des Westens.
Mit der Kriminalkomödie „Heiraten ist immer ein Risiko” von Saul O'Hara startet die Theater-Reihe des Kulturbüros am Montag, 18. Januar, um 20 Uhr in der Aula der St. Ursula-Realschule ins neue Jahr. In der Produktion des Tourneetheaters „Der Grüne Wagen” spielen Thomas Stroux und Petra Liederer die Hauptrollen.
Eine weitere Paraderolle sicherte sich der pensionierte „Tatort”-Kommissar Bienzle alias Dietz-Werner Steck. Er spielt jenen Inspektor Campbell, den vor seiner eigenen Pensionierung noch zwei ungeklärte Fälle beschäftigen. Er hält den alten Oberst Brocklesby und Lydia Barbent für abgefeimte Gattenmörder.
Sechsmal bereits haben beide ihre jeweiligen Ehepartner durch „Unglücksfälle” verloren – und sind dabei finanziell nicht schlecht gefahren. Aber wie überführt man einen charmanten sechsfachen Gattenmörder und eine verführerische sechsfache Gattenmörderin? Campbell bringt die beiden dazu, einander zu heiraten. So entwickelt sich ein Duell zweier Ebenbürtiger, die sich auf ihr tödliches Metier verstehen. Nacheinander verfehlen ein herabstürzender Kronleuchter, eine giftige Pilzsuppe und eine angesägte Leiter ihren Zweck.
Damit sich Verwicklungen parodistisch weiter verzwirbeln, zählen zum Personal auch noch ein staubtrockener Butler, die Leiterin eines Mädchenpensionats, zwei ihrer äußerst aufgeweckten Schülerinnen und ein unerwartet erbender Stiefsohn.
Wie eine Kriminalkomödie liest sich auch die Entstehungsgeschichte von „Heiraten ist immer ein Risiko”. Saul O'Hara ist nämlich das Pseudonym des DDR-Dramatikers Peter Hacks (1928 bis 2003). Anno 1960 bot Hacks einem Münchner Verlag unter dem Titel „Risky Marriage” die Persiflage einer typisch englischen Kriminalplotte an, verfasst vom vermeintlichen irischen Literaten und Nationalökonomen Saul O'Hara aus Cork. In ihrer vermeintlichen deutschen „Übersetzung” kam die Erbschleicher-Posse unter dem Titel „Heiraten ist immer ein Risiko” 1962 in Wien zur Uraufführung.
Karten kosten 15 bis 12 €, ermäßigt 10 bis 7 €, erhältlich im Kulturbüro, 66 40 52.
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