Das mondgelbe Leuchten
27.11.2009 | 06:00 Uhr 2009-11-27T06:00:00+0100Dorsten. Halogen-Lämpchen und Pkw-Anhänger gibt's im neuen Kulturhauptstadt-Jahr für die „Schachtzeichen”-Ballone. Die Heimatvereine wollen für das Programm in Hervest, Holsterhausen und Wulfen sorgen.
Drei gelbe Ballone mit ihren zehn Meter langen Bannern dürfen über Dorsten „Schachtzeichen” setzen. Zwar sind noch etliche – auch finanzielle – Details zu klären für dieses dem Bergbau besonders verbundene Projekt für Ruhr 2010; doch Andrea Kortemeyer klingt zuversichtlich.
„Unser Ziel”, erklärt Dorstens Kulturhauptstadt-Beauftragte, „ist eine Aktion an jedem der drei Standorte Baldur, Fürst Leopold und Wulfen”. Der Verein für Bergbaugeschichte werde sich weiter federführend kümmern. Und trotz seines Rücktritts als Vereins-Vorsitzender versprach Manfred Wissing, weiter am Projekt zu arbeiten. Außerdem haben die Heimatvereine der Stadtteile zugesagt, die Kulturangebote 80 Meter unter den Ballonen zu gestalten. Dort passt auch das Wörtchen „Flyer” für die Programmzettel.
„Anfang des Jahres wollen wir uns zusammen setzen”, so Andrea Kortemeyer. Die Heimat- und weitere örtliche Vereine müssten die „Extras” selbst oder mit Sponsoren finanzieren. Denn „die Landesmittel”, so die Kulturhaupt-städterin, „gehen für die Ballone weg”. Je 5000 Euro für Kunststoffbahnen und Helium-Füllung? „Wir haben uns das genau erklären lassen”, antwortet Andrea Kortemeyer auf Kosten-Skepsis. „Da hängt jede Menge Logistik dran.” Das eigens eingerichtete „Schachtzeichen”-Büro für das Projekt in 41 Revier-Städten sorge nicht nur für alle offiziellen Genehmigungen. Es ließ für die rund 400 Ballone jetzt auch ein möglichst unkompliziertes Transportmittel austüfteln.
„Eine große Erleichterung” nennt Andrea Kortemeyer die im Frühjahr bereit stehenden Pkw-Anhänger für je ein „Schachtzeichen”, ausgerüstet mit Heliumflaschen und Kurbel, um die Ballone abends einholen zu können. Während einer Nacht allerdings in der Woche vor Pfingsten 2010 sollen die gelben Kugeln aus mit-fliegenden Halogen-Lämpchen mondgleich leuchten.
Im Landschaftspark Duisburg-Nord erlebte die Kulturhauptstadt-Beauftragte einen abendlichen Testflug: faszinierend, aber als Projektteil noch nicht finanziert. Eine höhere Rechnung als über die vereinbarten 5000 € pro Ballon werde das Projektbüro den beteiligten Städten jedenfalls nicht ausstellen, betont Andrea Kortemeyer. „Da kann nicht mehr kommen.”
Aus ihrer Sicht zeigen gerade in Dorsten „die drei Schachtzeichen deutlich die Unterschiede des Strukturwandels”: Da ist Schacht Wulfen als abgeräumte Brache. Da ist die kurzlebige Zeche Baldur als heutiges Firmengelände der Spedition Nagel, die das Projekt ebenfalls unterstützt. Bleibt die Frage, ob die „Schachtzeichen” fürs anspruchsvolle Vorhaben des „Kreativquartiers” auf Fürst Leopold nicht zu früh starten.
„Jetzt darf da keiner aufs Gelände”, weiß auch die Hauptstädterin im Kulturbüro. Aber bis zum Start der 400 Ballons am 22. Mai werde sich auch auf Fürst Leopold ein sicherer Platz für Halteseil und Abspannungen finden lassen.
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