Das ist wie ein Rückgrat
27.12.2009 | 04:00 Uhr 2009-12-27T04:00:00+0100Ausbildungspaten stehen Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite
„Das war wie beim Speed-Dating”, erinnert sich Devin. Für den 16-jährigen Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Schule hat sich der Kennenlern-Marathon auf alle Fälle gelohnt: Er hat ihn gefunden. Seinen Ausbildungspaten. Der Unternehmensberater Magnus Kremser wird Devin in den nächsten drei Jahren begleiten, ihn bei den Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz helfen und ihm auch während der Ausbildung bei Problemen und Fragen immer zur Seite stehen.
Fast wie ein Speed-Dating
Wie Devin haben auch sechs weitere Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Schule bei einem Schnuppertreffen vor einer Woche einen Ausbildungspartner gesucht. Keiner der Zehntklässler hat bereits einen Ausbildungsplatz gefunden. Nun heißt es: Bewerben, bewerben, bewerben. Die Ausbildungspaten helfen dabei. Eigentlich eine Aufgabe, die die Eltern der Schüler übernehmen müssten. Viele seien dazu aber nicht bereit, beklagt Gudrun Gabriel, Vorsitzende des Vereins „AusbildungsPaten im Kreis Recklinghausen”.
Devin ist bereits selbst aktiv geworden. Was er nach der Schule machen will, weiß der 16-Jährige schon genau. „Ich will Chemikant werden”, sagt er. Bewerbungen an umliegende große Konzerne hat er bereits verschickt. Eigentlich benötigt Devin keinen Ausbildungspaten, seine Eltern unterstützen ihn bei der Suche. Dennoch wünscht er sich noch jemanden an seiner Seite: „Er ist wie ein Rückgrat für mich. Besser eine Person zu viel als zu wenig.”
Sein Mitschüler Kevin hat sich auch eine Ausbildungspatin gesucht. Der 17-Jährige hat sich noch nicht entschieden, welchen Beruf er ergreifen möchte. Bewerben will er sich als Maurer, Gärtner und Hotelfachmann. Gemeinsam mit seiner Patin Petra Bischoff will er sich nun an die Bewerbungen setzen.
Ob die Zusammenarbeit zwischen den beiden Schülern und ihren Paten die drei Jahre hält, ist ungewiss. Aber beide sind fest entschlossen, immer wieder auf ihre Paten zuzugehen. Häufig hat Gudrun Gabriel aber erlebt, dass die jungen Menschen sich nicht mehr bei ihren Paten melden. „Für viele ist das Nachhaken der Ausbildungspaten lästig”, erklärt Gabriel, „Daher gehen einige Patenschaften in die Brüche.”
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