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Straßenreinigung

Bürger sollen in Dorsten selbst zum Besen greifen

05.06.2012 | 16:12 Uhr
Bürger sollen in Dorsten selbst zum Besen greifen
Die Intervalle für die Straßenreinigung sollen deutlich reduziert werden, schlägt die Verwaltung vor. Foto: Thomas Schmidtke

Dorsten.   Weil der Entsorgungsbetrieb in Dorsten gut gewirtschaftet hat, gibt's aus dem Gebührenüberschuss Geld zurück. Gleichzeitig muss die Stadt weiter sparen. Deswegen soll jetzt der Bürger in die Verantwortung genommen werden. „Viele erkennen, dass es ein Komplettangebot nicht mehr gibt", sagt Bürgermeister Lütkenhorst.

Eine gute und eine schlechte Nachricht für die Bürger: Weil der Entsorgungsbetrieb gut gewirtschaftet hat, gibt’s aus dem Gebührenüberschuss wahrscheinlich Geld zurück. Weil aber die Stadt Geld sparen will durch die Senkung der Standards bei der Straßenreinigung, müssen viele Dorstener künftig selbst vor der eigenen Haustür kehren.

Hintergrund: Die Kosten für die Reinigung trägt derzeit zu 18 Prozent die Stadt. Diesen Anteil auf 13 Prozent zu reduzieren, schlägt die Verwaltung in ihrem Konzept zur Haushaltssanierung vor. Das würde bedeuten: Der Kehr-Rhythmus würde an zentralen Stellen wie Fußgängerzone und Busbahnhof nicht mehr täglich, sondern nur noch alle zwei Tage erfolgen, in Anliegerstraßen würden die Intervalle deutlich ausgeweitet. „Eine typische Standardreduzierung“, nennt das Kämmerer Hubert Große-Ruiken, „es bringt 300 000 € pro Jahr, aber man wird es merken in der Stadt."

„Mit der Sauberkeit der Stadt steht auch ihr Image zur Diskussion“

Die Politik reagierte mit Zurückhaltung auf den Vorschlag. „Vielleicht können wir den Standard halten, wenn wir dem Bürger eine Erhöhung zumuten“, so Rainer Thieken (CDU). Fünf Prozent vom städtischen Anteil, verteilt auf die Schultern aller Bürger, koste den Einzelnen nicht viel. Auch die SPD hat noch nicht zu einem abschließenden Urteil gefunden. „Mit der Sauberkeit der Stadt steht auch ihr Image zur Diskussion“, warnte Wolfgang Koischwitz. Der ehemalige Geschäftsführer des Entsorgungsbetriebs riet dazu, Schwerpunkt zu setzen im Frühjahr und Herbst, statt den Rhythmus pauschal zu reduzieren.

„Eine große Bereitschaft“ erkennt Bürgermeister Lambert Lütkenhorst bei den Bürgern, den Besen selbst in die Hand zu nehmen: „Viele erkennen, dass es ein Komplettangebot nicht mehr gibt.“ In die Verantwortung nehmen müsse man die Dorstener, da ist sich der Entsorgungsbetrieb einig. Allerdings soll’s von den zuviel gezahlten Gebühren auch was zurückgeben. „400 000 € sollen den Gebührenzahlern zugute kommen“, schlug Werner Schroer (CDU) vor. Komplett will die SPD den 2011er Jahresüberschuss von gut einer Mio € erstatten, statt ihn in die Rücklage der Entsorger zu buchen. Auch eine Senkung der Eigenkapitalquote des Entsorgungsbetriebs von derzeit 30 Prozent befürwortet die SPD. Über die zulässige Untergrenze sei man in Gesprächen, so Kämmerer Große-Ruiken.

Martin Ahlers

Kommentare
08.06.2012
13:10
Bürger sollen in Dorsten selbst zum Besen greifen
von Luke_Filewalker | #4

Was mich bei diesen Vorschlägen am meisten wundert ist die Tatsache, dass die Dorstener Bürger sich verhalten wie das berühmte Kanninchen vor der...
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6735065
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Bürger sollen in Dorsten selbst zum Besen greifen
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http://www.derwesten.de/staedte/dorsten/buerger-sollen-in-dorsten-selbst-zum-besen-greifen-id6735065.html
2012-06-05 16:12
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