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Julia Neigel

Blues-Club GHW

18.12.2011 | 17:31 Uhr
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Blues-Club GHW
Die Sängerin Julia Neigel begeisterte im Gemeinschaftshaus.

Wulfen. Julia Neigel ist zurück heißt es, aber war Julia Neigel überhaupt weg? Mit starker Bühnenpräsenz und unglaublich variabler und kraftvoller Stimme begeisterte die 45-jährige Sängerin und Songschreiberin aus Ludwigshafen am Samstag das Publikum im Gemeinschaftshaus Wulfen.

Und sie hatte zudem hervorragende Musiker für ihr Programm „Neigelneu - unplugged“ mitgebracht. Mit Joerg Dudys, ihrem Gitarristen und Lebensgefährten, und Simon Nicholls an Keyboard und Flügel spielt Neigel schon seit zehn Jahren zusammen.

Die zehn Jahre, in denen sie nicht in der großen Öffentlichkeit zu sehen war. „Wir haben auf Kleinkunst-Bühnen getourt, Sachen ausprobiert, und das neue Album vorbereitet. Es ist wichtig, dass die Chemie stimmt, musikalisch zusammenarbeiten kann man nur, wenn es charakterlich passt.“

Und die Chemie stimmte. Zweieinhalb Stunden konnten sich die leider nur 130 Zuhörer im Saal davon überzeugen. Neigel sang viele Songs aus ihren alten Alben, wie „Nur nach vorn“ von 1992 und „Herzlich willkommen“ von 1994. Mit Charme und Witz reflektierte sie Inhalte und leitete neue Nummern ein. Viele Anwesende erkannten schon nach wenigen Worten die Titel und riefen diese lautstark in den Raum. Eingefleischte Neigel-Fans eben.

Mit den Songs der in diesem Jahr erschienenen CD „Neigelneu“ bewies die Sängerin jedoch, dass sie sich künstlerisch permanent weiterentwickelt, und absolut nicht auf die alten Hits zu reduzieren ist. Im Soul-Sound wettert sie in „Teufel“ gegen Bedrängnis und Gewalt, „Wärst Du bei mir“ ist die musikalische Steigerung des alten Titels „Sehnsucht“.

Zur wahren Offenbarung aller stimmlichen Qualitäten und des Musikgefühls der Julia Neigel wird der Blues „Love of a woman“ von Bernie Lyon. Der Saal verwandelt sich in einen Club in New Orleans. Mit rauchig tiefen Molltönen und ekstatischen Höhen, rhythmisch spannungsreich unterstützt durch den Drummer Chriss Gross und die anderen beiden Musiker legt Neigel ihre komplette Gefühlswelt offen.

Stehende Ovationen und spontane Ausrufe seitens der Zuhörer führen zu weiteren nicht enden wollenden Steigerungen. Die Künstlerin liebt ihr Publikum und die Interaktion. Zugaben gibt es im eleganten schwarzen Abendkleid.

Natürlich kommt auch „Schatten an der Wand“, ihr Durchbruchssong von 1988. Aber auch diesen führt Julia Neigel durch gekonnte Improvisationen neu erfunden in das Jahr 2011.

Barbara Seppi

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