Blitzschnelles EKG
15.07.2009 | 17:45 Uhr 2009-07-15T17:45:00+0200Dorsten. Wenn das Herz nicht mehr will, läuft das Leben schnell aus der Spur. Dann zählt jede Minute. Diese Erfahrung machte auch Hans-Dieter Angermann. Ihm wurde geholfen im Dorstener St. Elisabeth-Krankenhaus.
Im Januar 2008 bekam der Erler einen Stent eingesetzt, heute geht es ihm wieder gut. „Ich finde, man kann nicht alles nur für sich selbst in Anspruch nehmen, sondern hat auch die Verpflichtung, an die Allgemeinheit zu denken.”
In seinem behandelnden Arzt, Dr. Jan Böckenförde, fand er einen Partner, der genauso dachte. „Seit Jahren”, erinnert sich Angermann, habe der Chefarzt der Dorstener Kardiologie angestrebt, eine Stiftung ins Leben zu rufen, um eine raschere Behandlung von Herz-Notfallpatienten zu erreichen. Gemeinsam mit dem Dritten im Boot, Michael-Stephan Kornau von der Sparkasse Vest Recklinghausen, gelang im Herbst 2008 die Gründung der „Herz Stiftung Lippe”.
Das Ziel: Bereits vom Notarztwagen aus sollten wichtige Patientendaten die Ärzte im Krankenhaus erreichen. So könnten sie die sofortige Behandlung von Herzpatienten vorbereiten, schon bevor die Betroffenen eintreffen.
Angermann informierte sich im Internet und nahm gezielt Kontakt auf zur Erlanger Medizintechnik-Firma „Cor-science”, spezialisiert auf Herz-Kreislauf-Medizin. Man traf sich auf einer Medizintechnik-Messe in Düsseldorf.
Seither blieben Stifter Angermann und der Hersteller eines speziellen „Telemedizinischen EKG-Systems” in Kontakt. Es funktioniert über Handys und einen Klinikserver. Sie übernehmen die Übertragung des EKGs aus dem Krankenwagen ins Krankenhaus. „Die Bildqualität ist hervorragend”, so Angermann.
Viele Treffen mit Medizinern folgten – und schließlich die fünfmonatige Erprobung, maßgeblich unterstützt von Dr. Nicolaus Schuback, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Recklinghausen. Angermann: „Ich bedaure nur, dass der Server nicht in Dorsten steht. Der Zusammenschluss zum Katholischen Klinikum Ruhrgebiet Nord (KKRN) überraschte die Stiftung.” Jetzt ist der Server nicht in der Dorstener Kardiologie installiert, sondern im KKRN-Herzzentrum am Marler Marienhospital, das zwei Katheterplätze hat und die Tests erfolgreich abschloss. Seit Mai läuft der Einsatz.
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