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Baustelle in Altena hält den immensen Wassermassen nicht stand

Baustelle in Altena hält immensen Wassermassen nicht stand

Das Unwetter richtet im ganzen Stadtgebiet von Altena hohe Schäden an.

Altena. 

Umgestürzte Bäume, überschwemmte Straßen, evakuierte Häuser: Ein schweres Unwetter hat gestern gegen 13.15 Uhr in ganz Altena für chaotische Verhältnisse gesorgt. Innerhalb von etwa 30 Minuten fielen 45 Liter Wasser pro Quadratmeter. Das maß Dietmar Flusche an seiner privaten Wetterstation im Buchholz.

Am dramatischsten war die Situation im Rahmedetal. Innerhalb von Minuten stieg der Rahmedebach um einen Meter an und entwickelte sich so zu einem wahren Sturzbach. Das Wasser riss an der Baustelle für die neue Wacholderbrücke zentnerschwere, zur Ufersicherung eingebaute Steine weg und unterspülte ein Fundament, auf dem ein Baukran stand. Weil die Gefahr bestand, dass er umstürzen könnte, wurden zwei benachbarte Häuser evakuiert und die Straße nach Lüdenscheid gesperrt.

Nicht nur deshalb kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die Lenneuferstraße wurde gesperrt, da der Kanal das Wasser nicht mehr fassen konnte und die Gullideckel hochgespült wurden.

Strandkorb flog 40 Meter weit

Zu den Wassermassen gesellten sich vor allem in den höheren Lagen heftige Sturmböen, die zahlreiche Bäume umstürzen ließen – zum Beispiel am Schwarzenstein, wo sogar 20 Meter hohe Bäume die Bundesstraße blockierten. Der Höllenstein ist bis auf weiteres überhaupt nicht passierbar. Dort riss der Wurzelballen eines fallenden Baumes Teile der Fahrbahn mit. In der Nette demolierte eine fallende Buche einen Papiercontainer. Auch die Bahnlinie war unterbrochen, weil Bäume umfielen oder umzufallen drohten.

Ein Sturmerlebnis der ganz besonderen Art hatte die Familie Lepenies an der Kämpenstraße. Dort erfasste eine Sturmbö einen über 100 Kilo schweren Strandkorb, der auf der Terrasse stand – 40 Meter weit flog das Teil, bis es völlig zerstört in der Hecke zum Nachbarhaus aufschlug.

Drei Überschwemmungen im Krankenhaus

In viele Häuser drang Wasser ein – teils durch einen Rückstau in der Kanalisation, teils durch plötzlich auftretende Sturzbäche, die sich einen Weg in den Keller suchten. Allein das Krankenhaus verzeichnete drei Überschwemmungen, eine davon im OP-Bereich – die Funktionsfähigkeit des Hauses sei aber zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen, hieß es anschließend. Besonders betroffen war das Gesundheitszentrum, wo das Wasser von oben kam – nämlich durch die Oberlichter auf dem Flachdach.

Vielfach halfen sich die betroffenen Hauseigentümer selbst, anderen musste die Feuerwehr zur Hilfe eilen. „Pumpeinsätze“ meldete die Wehr aus allen Teilen der Stadt, als sie gegen 18 Uhr eine vorläufige Bilanz zog, die auch positive Züge trug: Trotz der vielen umgestürzten Bäume wurde niemand verletzt, auch größere Sachschäden waren zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt. Insgesamt 35 Einsätze fuhr die Wehr, die mit allen verfügbaren Kräften unterwegs war. Anschließend gab es Lob für die Altenaer: Oft hätten die helfend mit angepackt und zum Beispiel zersägte Bäume an den Fahrbahnrand befördert.