Kirche : Pfarrer Hellkuhl wird versetzt

Wulfen/Deuten. Siegbert Hellkuhl (51), Pfarrer von St. Matthäus Wulfen und Herz Jesu Deuten, wechselt im Sommer als Pfarrdechant nach Horstmar bei Steinfurt. Das gab er am Wochenende in den Gottesdiensten der beiden Gemeinden bekannt.
In Deuten sagte er am Samstag abend, die „Versetzung” stehe „in Zusammenhang mit der Fusion”, daran habe der Personalchef des Bistums bei einem Gespräch „keinen Zweifel gelassen.” Er selbst habe Wulfen nicht verlassen wollen.
St. Matthäus und Herz Jesu hatten sich im vergangenen Sommer dem Zusammenschluss mit St. Barbara (Barkenberg), St. Laurentius (Lembeck) und St. Urbanus (Rhade) zu einer Großgemeinde im Dorstener Norden widersetzt.
Mit der Priesterweihe 1991 habe er eine Gehorsams-Zusage gemacht, leitete Hellkuhl seine Erklärung am Samstag ein. Diese wirke manchmal befreiend, manchmal werde sie eingefordert. Als er vor zwölf Jahren (1998) nach Wulfen kam, habe er sich die Stelle nicht ausgesucht. Hellkuhl: „Aber ich habe ja gesagt. Und nun geht es weiter.”
Bereits im vorigen Jahr habe ihn der kürzlich verstorbene Regionalbischof Josef Voß gefragt, ob er sich eine neue Aufgabe vorstellen könne. Er habe „deutlich gemacht, dass er keine Änderungswünsche“ habe, sagte der Pfarrer seiner Gemeinde.
Im November habe ihn dann der Personalchef überraschend zum Gespräch gebeten und mitgeteilt, der neue Bischof Felix Genn „wünscht”, dass er Pfarrdechant in Horstmar werde, so Hellkuhl. Auf seine Frage, was aus St. Matthäus und Herz Jesu werde, habe der Personalchef geantwortet, die „Hirtensorge ist gewährleistet”. Er habe aber auch keinen Zweifel gelassen, dass „die Versetzung in Zusammenhang mit der Fusion steht.”
Bereits am Freitag hatte Hellkuhl die Gremien in beiden Gemeinden informiert, dass er im Sommer die neue Stelle in Horstmar antritt. Im Samstags-Gottesdienst in Deuten sagte er, die Aufgabe sei auch eine neue Herausforderung für ihn: „Ich freue mich darauf.“
Die Gemeinden reagierten am Wochenende mit großer Enttäuschung auf die Versetzung. „Bei uns kommt das Gefühl auf, dass hinter dieser Versetzung mehr stecken könnte“, sagt die Wulfener Pfarrgemeinderatsvorsitzende Cornelia Grotehusmann. Mit diesem Schritt bestehe die Gefahr einer Zwangsfusion.
„Die Meinung der Gemeinden ändert sich aber nicht mit der Versetzung des Pfarrers“, so Deutens Pfarrgemeinderatsvorsitzende Barbara Gober. „Dass uns Pfarrer Hellkuhl immer auf die Notwendigkeit von Personal- und Finanzeinsparungen hingewiesen hat, aber uns immer auch die Möglichkeit gelassen hat, in anderen Bistümern zu schauen, welche kreativeren Wege hier gegangenen werden, legen ihm heute manche Amtskollegen zur Last“, so Kirchenvorstand Bernhard Schürmann. Dabei habe gerade Hellkuhl es in den letzten Jahren verstanden, zwei Gemeinden zusammenzuführen und die bis zur Fusion im Dorstener Süden einzige wirkliche Gemeinde-Kooperation in Form einer Seelsorgeeinheit geschaffen. Eine Fusion dagegen würde auf Zwang setzen und den Gemeinden die Bereitschaft zur Freiwilligkeit absprechen, so Grotehusmann. Man wolle zwar den Dialog mit Münster weiter führen. Hellkuhls Abberufung habe aber nicht zu einer gemeinsamen Lösung beigetragen. Eine Zwangsfusion würde aber von den Gemeinden nicht akzeptiert werden.






