Zweiter Befangenheitsantrag gegen Richter gestellt

Im Prozess gegen fünf mutmaßliche Mitglieder einer Goldschmuck-Bande aus Castrop-Rauxel und Herne ist die Verteidigung auf Konfrontationskurs gegangen. Am Montag wurde bereits der zweite Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter gestellt. Vier Wochen nach Prozess-Auftakt tritt das Verfahren damit weiter auf der Stelle.

Castrop-rauxel/bochum.. Bisher ist noch kein einziges Wort zu den Vorwürfen gefallen. Insgesamt geht es um eine Serie von Einbrüchen, bei denen die Täter unter anderem einen mit Schmuck gefüllten Tresor erbeutet haben.

Dieser größte Coup soll den Angeklagten im Januar 2014 in Bad Sassendorf gelungen sein. Der Tresor entpuppte sich als echte Schatzkiste: Der Container war randvoll mit Schmuck - Armbänder, Uhren, Ketten und Krawattennadeln. Sogar ein aus Gold gewebter Schal soll dabei gewesen sein. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft beläuft sich der Gesamtwert der Beute allein in diesem Fall auf fast 200.000 Euro.
Die Angeklagten, die nirgendwo offiziell gemeldet waren und auch sonst kaum Spuren hinterlassen haben, haben sich bislang noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Dem Hauptangeklagten war allerdings schon einmal signalisiert worden, dass ihm im Falle einer Verurteilung ohne Geständnis rund sieben Jahre Haft drohen.

Ziel: Der Prozess soll platzen

Die Befangenheitsanträge gegen den Vorsitzenden Richter gehen auf eine U-Haft-Entscheidung gegen eine der Angeklagten zurück. Die Frau ist zwar weiter auf freiem Fuß, trotzdem befürchten sie und ihr Verteidiger, dass die Richter in ihrem Fall voreingenommen sind. Ihr Ziel: Der Prozess soll platzen. Eine Entscheidung über den neuen Befangenheitsantrag steht noch aus. Der erste, der noch vor Weihnachten gestellt worden war, war bereits zurückgewiesen worden.