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25 Jahre...

Zeitreise durch Träume und Trümmer

07.11.2010 | 15:05 Uhr
Zeitreise durch Träume und Trümmer

Castrop-Rauxel. Mit einem bunten Abend, eindringlichen Reden und lockeren Gesprächen feierte die Gleichstellungsstelle 25-jähriges Bestehen.

Unterrepräsentiert seien Frauen im Berufsleben, insbesondere in den Führungsetagen. Unverhältnismäßig wenige Damen seien es auch in der Politik, wie beispielsweise die Quote weiblicher Abgeordneter im nordrhein-westfälischen Landtag erkennen lasse. Darüber hinaus seien bis zu 70 Prozent aller Sozialhilfeempfänger weiblich. „Die Arbeit“, so die Schlussfolgerung der Sozialdemokratin Eva Steiniger-Bludau, „ist noch lange nicht getan.“ Es müsse noch viel passieren, betonte die SPD-Landtagsabgeordnete. Die ersten 25 Jahre der Gleichstellungsarbeit seien erst der Anfang gewesen.

25 Jahre, so lange existiert nun schon die Castrop-Rauxeler Gleichstellungsstelle. 25 Jahren, in denen sich Ingegard Pier für die gesellschaftliche Teilhabe der Frau eingesetzt und stark gemacht hat. „Ich möchte gar nicht bewerten, was aus der Stelle bis heute geworden ist, da ich sicher befangen bin“, äußerte sich die Gleichstellungsbeauftragte bei der 25-Jahr-Feier im Bürgerhaus eher bescheiden. Sich selbst auf die Schulter klopfen, das wolle sie nicht.

Also übernahm diesen Part Bürgermeister Johannes Beisenherz, der die Arbeit Piers in einer kurzen Ansprache würdigte: Ingegard Pier habe die Gleichstellungsstelle zu einer viel beachteten Institution geführt. Dabei sei aller Anfang gar nicht einfach gewesen, Pier habe viele Vorurteile aus dem Weg räumen müssen, was sie letztlich mit viel Energie, Kreativität und Durchsetzungsvermögen auch geschafft habe.

Beisenherz zeigte schließlich den weiten Radius, in dem die Gleichstellungsstelle wirkt, auf – und das personell mit gerade einmal anderthalb Stellen. „Ingegard Pier und Jeannette Hilgert haben bisher viel erreicht“, erklärte der Bürgermeister und fuhr lobend fort: „Sie haben ein wirklich gut funktionierendes Netzwerk mit Vereinen, Verbänden, Schulen oder auch den Familienzentren aufgebaut.“

Nicht zuletzt wegen dieses bemerkenswerten Engagements stoße die Institution mittlerweile in der Castrop-Rauxeler Gesellschaft auf eine große Akzeptanz. Beisenherz: „25 Jahre Gleichstellungsstelle, das ist eine Erfolgsgeschichte.“ Aber: „Es bleibt natürlich immer noch genug zu tun“, so Beisenherz und nannte exemplarisch die Felder Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder auch die gerechte Entlohnung von Frauen.

Eva Steininger-Bludau stimmte zu. Zwar sei es heutzutage Normalität, dass die Frau genau wie der Mann auch erwerbstätig sei, doch von tatsächlicher Gleichberechtigung sei die Gesellschaft doch oftmals noch weit entfernt. Frauen seien zwar selbstbewusster, emanzipierter und anspruchsvoller geworden, dennoch seien sie in vielen Bereichen unterrepräsentiert und benachteiligt. „Das Gesicht der Armut ist weiblich“, sagte die Landtagsabgeordnete, die ihre kurze Rede mit einem Zitat der früheren britischen Premierministerin Margret Thatcher beendete: „Wenn Sie in der Politik jemanden suchen, der eine Rede halten soll, nehmen Sie einen Mann. Wenn Sie ein Problem gelöst haben wollen, dann nehmen Sie eine Frau.“

Sabine Latterner

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Kommentare
07.11.2010
17:40
Zeitreise durch Träume und Trümmer
von rote Clara | #1

Es sei noch erwähnt, dass sich die 17 CDU-Ratsmitglieder damals im Rat beim Antrag zur Bestellung einer Gleichstellungsbeauftragten enthielten!!! Auch ein Spiegelbild der Gesellschaft!

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