Zahl von 1000 auf 2000 tote Fische gestiegen

Von 1000 toten Fischen im Grutholzteich ist am Wochenende noch die Rede gewesen. Gewässerwart August Wundrok musste die Zahl am Montag jedoch korrigieren. Aktueller Stand: Mehr als 2000 tote Fische sind bislang aus dem stehenden Gewässer gefischt worden.

Castrop-rauxel.. Mehrere Faktoren haben zum Fischsterben im Grutholzteich, dessen Pächter der Angel- und Gewässerschutzverein Do-Cas-Blinker ist, geführt, erklärt Gewässerwart August Wundrok: "Der Teich ist derart verschlammt. Da liegen so viele Blätter und Äste drin, die dann faulen." Dies führe dazu, dass die Wasserqualität des Teiches sich enorm verschlechtern würde - dem Teich werde so der Sauerstoff entzogen. An diesem Wochenende muss der Sauerstoffentzug so schlimm geworden sein, dass die Fische nicht mehr genug Sauerstoff vorgefunden haben, um unter Wasser atmen zu können. Das Resultat: etwa 2000 Fischkadaver.

Zu wenig Sauerstoff zum Leben

Durch die starke Hitze arbeiten die Organismen im Teich auf Hochtouren. Blätter und Äste verfaulen stärker als bei milderen Temperaturen. Die Organismen, die für diese Zersetzung zuständig sind, verbrauchen Sauerstoff. Der fehlt dann den Fischen zum Leben. "Der Teich hatte am Wochenende nur noch etwa zwei Milligramm Sauerstoff auf einen Liter", erklärt der Gewässerwart. "Da kann eigentlich kein Fisch mehr überleben", so Wundrok.

Andere gesunde Teiche im Stadtgebiet weisen Werte von acht bis neun Milligramm pro Liter auf. Auch Brotreste, die Spaziergänger den Enten zur Fütterung geben würden, seien laut Wundrok ein großes Problem und für diesen Vorfall nicht unerheblich.

Feuerwehr und THW helfen

Kurzfristig konnte Samstag die Feuerwehr Abhilfe schaffen. Das Wasser wurde aus dem Teich gepumpt und durch Fontänen wieder zurückgeführt. Der in der Luft enthaltene Sauerstoff kann so von den Wasserstrahlen aufgenommen werden und in den Teich gelangen. Sonntag und gestern rückte das Technische Hilfswerk (THW) aus und wälzte wie am Samstag die Feuerwehr den Teich um.

Samstag hätten noch nur vereinzelte tote Fische an der Wasseroberfläche getrieben, so Michael Erdmann, der Mitglied der Do-Cas-Blinker ist. Am Sonntag haben die Fische die Wasseroberfläche nahezu bedeckt. "Es ist schon schlimm, so viele tote Fische hier rausholen zu müssen", sagt der 52-Jährige. Mit mehreren Vereinskollegen hat er am Sonntag die Kadaver aus dem Teich geholt.

"Es waren vornehmlich kleinere Fische. Wir haben aber auch einen Barsch gefunden, der war bestimmt 25 Zentimeter groß", so Erdmann. Die kurzfristigen Maßnahmen und das etwas mildere Wetter haben aber am Montag bereits zu besseren Sauerstoffwerten im Teich geführt.

Zur Mittagszeit hatte Wundrok schon wieder mehr als vier Milligramm Sauerstoff pro Liter auf seinem Messgerät stehen. "Es wird langsam besser." Er wird auch weiterhin kontinuierlich die Werte des Teiches beobachten. Kurzfristige Hilfen könnte eine auf dem Teich installierte Solarpumpe, die das Gewässer in Bewegung hält, oder eine große Sanierung des Teiches sein, so Wundrok. Die Sanierung würde bedeuten, dass der Teich komplett entschlammt werden würde.

Stadt prüft Kosten

"Wir prüfen gerade die Kosten für eine solche Solarpumpe, wir sind als Stadt aber finanziell in einer prekären Situation", sagt Klaus Breuer, Leiter des Bereichs Stadtgrün und Friedhofswesen. Die Kosten für eine Komplettsanierung des Teichs würden sich im "mittleren fünfstelligen Bereich" bewegen, so Breuer weiter. Dafür habe die Stadt bereits Mittel beim Land aus dem Ökologieprogramm Emscher-Lippe beantragt.

"Da heißt es abwarten, aus dem Topf wollen auch andere etwas haben", sagt Breuer. Kurzfristig würde die Stadt weiterhin die Hilfe vom THW zusagen, sollte dies notwendig sein, so Breuer.

Der Verein Do-Cas-Blinker plant für kommenden Samstag jetzt erst einmal die Rettung des restlichen Fischbestands. "Wir werden mit Netzen den Teich abfischen", sagt Erdmann. Der Plan sieht vor, die überlebenden Tiere auf gesündere Gewässer im Stadtgebiet umzusiedeln, so Gewässerwart Wundrok.

So sah die Situation noch am Wochenende aus: