Wohnungen und Altenheim: Investor für Brachfläche

Jetzt also doch: Nach jahrelangen vergeblichen Versuchen, die Brachfläche In der Kemnade/Richard-Wagner Straße an der Peripherie der Altstadt zu entwickeln, zeichnet sich jetzt eine Lösung ab: Ein Unternehmer möchte auf dem Areal offenbar ein Altenheim und bis zu 80 Wohneinheiten errichten.

Castrop.. Das geht aus den Unterlagen der Verwaltung für die nächste Sitzung des Umweltausschusses am Dienstag, 9. Juni, hervor. Das Fachgremium soll auf Antrag des Unternehmers Konstantinos Boulbos über die Einleitung eines Vorhaben bezogenen Bebauungsplans entscheiden. Vorangegangen war ein entsprechendes Gespräch zwischen Boulbos und der Fachverwaltung am 20. April im Rathaus.

Stadt freut sich über Entwicklung

"Als Stadt kann ich die Entscheidung absolut begrüßen, auch diese Wunde am Tor zur Altstadt geschlossen zu bekommen", formulierte der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt im Gespräch mit unserer Redaktion. Nach dem Abriss der alten Häuserzeilen Ende 2007/2008 war das Bemühen um eine Anschlusslösung mit qualitativ ansprechender Bebauung viele Jahre hindurch trotz aller Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt.

Vertragsverhandlungen fortgeschritten

Als einer der Hauptgründe dafür wurden die unterschiedlichen Preisvorstellungen des Eigentümers, der LEG (vormals GeWo), und der potenziellen Investoren genannt. Schon vor zwei Jahren hatte Boulbos seinen Hut vergeblich in den Ring geworfen. Jetzt bestätigt die LEG auf Anfrage unserer Redaktion, dass man sich in fortgeschrittenen Kaufvertragsverhandlungen befinde und guter Dinge sei, was den Ausgang anbelange.

Boulbos möchte am Standort ein neues Seniorenheim mit 80 Wohneinheiten in viergeschossiger Bauweise errichten. Und zwar als Ersatz für das Altenheim an der Holzstraße, das aufgegeben werden soll, weil es zukünftigen Ansprüchen nicht mehr genügt. Auf den übrigen Bauflächen soll innenstadtnaher Wohnraum barrierefrei für unterschiedliche Nutzergruppen geschaffen werden. Auch hier können bis zu 80 Wohnungen entstehen. Die Gesamtinvestition für Boulbos, den wir am Donnerstag telefonisch nicht erreichen konnten, dürfte im deutlich zweistelligen Millionenbereich liegen.

Erschließungsfrage ungeklärt

Untrennbar verbunden mit dem Bauprojekt ist die weitere Offenlegung des Landwehrbachs. "Wir werden uns mit dem neuen Eigentümer und den Architekten in dieser Frage bei der Bebauung abstimmen", erklärte Heiko Dobrindt. Was eine von Anwohnern gewünschte Erschließung des Wohngebietes über die B 235 angeht, zeigte sich Dobrindt skeptisch. "Das wird wohl eher nicht funktionieren", meinte er. Dies seien allerdings Fragen, die im Planungsprozess zu besprechen seien.