Wird Harkortschule zum Mehrgenerationen-Haus?

Aus der ehemaligen Harkortschule soll eine Mehrgenerationen-Wohnanlage werden. Das planen zumindest zwei private Investoren. Sie haben bereits ein detailliertes Nutzungskonzept erarbeitet. Das Projekt kostet mehrere Millionen Euro - und könnte schon 2015 beginnen.

Castrop-rauxel.. Rudi Bork und Ralf Sprave haben ein detailliertes Nutzungskonzept in Abstimmung mit der Stadtverwaltung entwickelt"Auch die Finanzierung ist ausgearbeitet. Wir warten täglich auf die Rückmeldung der Bank", sagt Rudi Bork. "Wenn die Bank grünes Licht gibt", ergänzt Ralf Sprave, "dann geht es ruckzuck. Die Architekten stehen in den Startlöchern. Wir wollen in diesem Jahr mit dem Umbau beginnen."

"Wir wollen kein Senioren-Ghetto schaffen"

Geplant sind rund 30 Wohnungen für Familien, Singles und Senioren. "Alle Generationen sollen dort ein Zuhause finden. Wir wollen kein Senioren-Ghetto schaffen", betont Rudi Bork. Zudem sollen eine Tagespflege, eine Wohngruppe für Menschen mit psychischen Veränderungen sowie Arztpraxen eingerichtet werden. Neben einer Praxis für Ergo- und Physiotherapie ist auch die Ansiedlung eines Facharztes für Altersheilkunde geplant. "Wir sind mit einem solchen Facharzt im Gespräch. Bisher gibt es in der Altersheilkunde kein ambulantes Angebot in Castrop-Rauxel", so Rudi Bork.

Die Größenordnung des mehrere Millionen Euro teuren Projekts ist umrissen. "Jetzt geht es in die Feinplanung", so Bork. Die Wohnungen sollen zum Verkauf angeboten werden, die Praxisräume wollen Bork und Sprave vermieten.
"Dem Stadtteil wird dieses Projekt gut tun", sind die beiden privaten Investoren überzeugt. Auch der Technische Beigeordnete der Stadtverwaltung, Heiko Dobrindt, sieht in dem Vorhaben eine "fantastische Entwicklungsmöglichkeit" für Merklinde. Politik muss noch zustimmen

Zünglein an der Waage ist allerdings die Politik, die die Veräußerung der städtischen Immobilie genehmigen muss. Wir fragten SPD-Chef Rajko Kravanja, ob es seitens des Mehrheitsbündnisses aus SPD, FDP und Grünen Einwände gegen die geplante Umnutzung der Harkortschule gibt.

"Im Grundsatz", antwortete Kravanja, "ist das Projekt zu begrüßen. Details sind allerdings noch abzuwarten. Und einige Fragen sind noch offen, die wir im Ortsteil mit den Bürgern diskutieren wollen."

Zu klären sei beispielsweise, ob die Turnhalle mit verkauft werde.In den Plänen von Sprave und Bork spielt die Sporthalle eine Rolle. "Sie würde aber nicht sofort wegfallen. Wir können die Gebäudekörper Zug um Zug umnutzen", erklärt Ralf Sprave.