Wieder Ärger mit Möbelkauf bei "Seats and Sofas"

Ines Landmann und Udo Hielscher aus Castrop-Rauxel haben seit einem Dreivierteljahr Ärger mit "Seats and Sofas".
Ines Landmann und Udo Hielscher aus Castrop-Rauxel haben seit einem Dreivierteljahr Ärger mit "Seats and Sofas".
Was wir bereits wissen
Ein Paar aus Castrop-Rauxel hat Ärger mit der Möbelkette "Seats and Sofas". Seit Monaten wartet das Paar auf ein Sofa ohne Macken und Tücken.

Castrop-Rauxel.. Beim Auspacken fiel ein Fuß ab, die Rückenlehne war lose, es bestand Verletzungsgefahr: Seit einem Dreivierteljahr wartet ein Paar aus Castrop-Rauxel darauf, endlich ein intaktes Sofa zu bekommen. Es ist nicht das erste Mal, dass Kunden Ärger mit dem Unternehmen haben. Die abenteuerliche Geschichte eines Möbelkaufs.

Eigentlich wollten sich Ines Landmann und Udo Hielscher einfach zwei gemütliche neue Sofas gönnen. Ihren Besuch bei "Seats and Sofas" bereuen sie bis heute. Und statt auf einem bequemen Sofa sitzen sie die meiste Zeit auf Küchenstühlen.

Hartnäckige Verkäufer

"Heute verstehe ich nicht mehr, wie wir darauf reinfallen konnten", sagt Ines Landmann (49). Die Masche scheint immer die gleiche zu sein. Im Geschäft hängen keine Preise. Verkäufer stürzen sich auf die Kaufwilligen, machen vermeintlich gute Angebote, die "nur heute" und auch "nur für sie, ausnahmsweise" gelten.

Sie sind hartnäckig, geben dem Käufer das Gefühl, sich wirklich um ihn zu bemühen und den bestmöglichen Preis für sie herauszuholen. So war es auch bei Landmann und ihrem Lebensgefährten Udo Hielscher (45).

Fünf Monate Warten

Im April 2014 kauften sie beiden zwei Ledersofas mit Relax-Teilen in der Dortmunder Filiale von Seats and Sofas. Die voraussichtliche Lieferzeit sollte drei Monate betragen. Am Ende waren es über fünf Monate. Zu dieser Zeit ahnte das Paar schon, dass der Kauf ein Fehler war. Viele Male hatten sie versucht, im Geschäft anzurufen, waren selbst dort vorstellig geworden und wollten vom Vertrag zurücktreten.

"Was man uns aber beim Kauf nicht gesagt hatte: Es gab auch eine maximale Lieferfrist. Und die lag bei einem halben Jahr", erzählt Landmann. Angeblich sei der LKW, der ihre Sofas nach Deutschland bringen sollte, verunglückt, die Sofas hätten neu hergestellt werden müssen.

Verletzungsgefahr bei Benutzung

Als die Sofas am 30. September endlich kamen, fiel schon beim Auspacken ein Fuß ab. Die Rückenlehne war lose. Immer mehr Mängel traten auf und die von Seats and Sofas beauftragte Firma POS stellte bei einem Hausbesuch fest, dass die Sofas fast auseinander fielen. Vor der Benutzung wurde gewarnt, es bestehe Verletzungsgefahr.

Landmann und Hielscher schalteten einen Anwalt ein, wollten raus aus dem Vertrag und ihr Geld zurück. Seats and Sofas bestand auf einer Ersatzlieferung, im Dezember stimmten das Paar schließlich zu. Ende Februar Dafür kamen die neuen Ersatzsofas. "Erst schien mit denen alles in Ordnung zu sein", sagt Hielscher.

Weigerung den Vertrag aufzulösen

Doch schon nach drei Wochen waren die Polster durchgesessen und die Rahmen begannen, sich zu verziehen. Wieder beschwerten sich die beiden, noch immer weigert sich Seats and Sofas, den Vertrag aufzulösen. Sie wollen jetzt noch mal nachbessern.

Das Unternehmen schickte ein Schreiben, in der es noch mal eine Nachbesserung durch die Firma POS anbot, "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht", wie es dort heißt. Das sollte Frau Landmann unterschreiben und zurückschicken. Das tat sie nicht. Trotzdem soll heute jemand kommen und die Sofas begutachten.

Ersatzsofa angeboten

Auf Nachfrage der Redaktion äußerte sich das Unternehmen. Nach der ersten Beschwerde sei "umgehend die ordnungsgemäße Nacherfüllung durch Neulieferung" angeboten worden", schreibt Elena Salentin von "Seats and Sofas". Mit dem Ersatzsofa sei Frau Landmann "äußerst zufrieden gewesen".

Schon die Erstware sei "uneingeschränkt" nutzbar gewesen sei. "Es ist sehr bedauerlich, dass Frau Landmann einzig und allein die Rückabwicklung begehrt und von Anfang an begehrte, allerdings haben wir stets zügig reagiert und sämtliche Absprachen mit dem Bevollmächtigen getroffen und anschließend auch eingehalten." Mit dem Anwalt habe man nun vereinbart, dass die Ware erneut geprüft wird. Nach Einschätzung der Sachlage komme das Unternehmen "selbstverständlich seinen Verpflichtungen nach."

Möglicher Prozess

Doch Landmann und Hielscher haben die Nase voll, sie wollen keine Nachbesserung mehr. Das habe doch keinen Sinn, die Verarbeitung der Sofas sei insgesamt minderwertig, daran ändere auch eine Aufpolsterung nichts. "Die haben uns zwei mal Schrottsofas geliefert. Wir wollen unser Geld zurück. Wenn es sein muss, lassen wir es auf einen Prozess ankommen", sagt Landmann.

Öfter Ärger mit "Seats and Sofas"

Schon in der Vergangenheit hatten immer wieder Kunden Ärger mit dem Möbelhaus. Über einige Fälle haben wir berichtet. Familie Schwarz aus Ickern erhielt nach langem Hin und Her den Kaufpreis für ihr Sofa zurück - abzüglich 70 Euro, die das Unternehmen der Familie mal als Entschädigung für die ständige Hin- und Herfahrerei überwiesen hatte. Christina Podscharly aus Dingen unterschrieb bei der letzten Ersatzlieferung ein Schreiben, in dem sie erklärte, dass nun alles in Ordnung sei. "Eigentlich könnte ich aber schon wieder reklamieren, der Stoff ist schon wieder abgenutzt", erklärt sie im Gespräch mit der Redaktion und sagt: "Nie wieder würde ich bei Seats and Sofas etwas kaufen. Lieber sitze ich auf dem Boden!"