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Wie das Ruhrgebiet klingt

18.05.2010 | 17:49 Uhr
Wie das Ruhrgebiet klingt

Castrop-Rauxel. Olaf Hemker lädt zur Klangreise durch das Ruhrgebiet. Wer ihm folgt, erlebt Überraschendes.

Wie klingt das Ruhrgebiet? Wie eine Sonate in A-moll vielleicht? Oder ein paar dahin geraunte Zeilen aus der Feder Herbert Grönemeyers? Olaf Hemker vom Tonstudio „klang:art“ hat dazu ganz eigene Ideen entwickelt und der Region einen Soundtrack verpasst, der ohne Streicher und ohne Worte auskommt.

Geräusche der Vergangenheit – einfahrende Förderkörbe, hämmernde Schläge, fauchende Hochöfen – kommen ebenso zum Einsatz wie solche der Gegenwart: markige Fußball-Szenen, Straßenverkehr, buntes Kirmestreiben und moderne Klänge, die der Strukturwandel schreibt. In die Zukunft fährt das Stück über die mit rauschenden Klängen vertonte Datenautobahn in Richtung Dienstleistungsgesellschaft.

Ein echter „Ruhri“

Olaf Hemker ist studierter Medienpädagoge, er ist Produzent und Tonkünstler – neudeutsch auch „Audio Engeneer“ genannt. Vor allem aber ist er ein echter „Ruhri“. Geboren in Dortmund, lebt er seit 1989 in Castrop-Rauxels Altstadt. Seit rund zwölf Jahren ist er regional, aber auch bundesweit in der Kulturbranche tätig, vertont Wissenswertes für Museen und Ausstellungen auf verständliche Art und Weise. Er weiß, was die Region geprägt hat, und vor allem was sie heute noch ausmacht.

Vor diesem Hintergrund erscheint es fast verwunderlich, dass die Idee für den Ruhrgebiets-Soundtrack eher zufälligen Ursprungs ist. Eine kleine berufliche Verschnaufpause, gepaart mit dem Beginn der Kulturhauptstadt Ruhr.2010, gab Anfang des Jahres den Ausschlag.

Von diesem Zeitpunkt an war ein kleines, mobiles Aufnahmegerät sein ständiger Begleiter und bei vielen Ereignissen dabei. „Bei gutem Wetter habe ich zum Beispiel bei Fußballspielen in Frohlinde oder auch auf der Castroper Kirmes aufgenommen“, erzählt Olaf Hemker. „Töne, die man so heute nicht mehr einfach bekommen kann, habe ich aus der Konserve“, verrät er im Hinblick auf die einfahrenden Förderkörbe und die Bergbau-Eindrücke von damals.

Im heimischen Tonstudio mit Mischpult, unterstützt von moderner Technik, entstanden ist schließlich eine 13-minütige akustische Reise durch das Revier im Wandel – untermauert von kurzen, selbst komponierten Musikpassagen. Wer neugierig geworden ist, kann sich Hemkers inoffiziellen Beitrag zur Kulturhauptstadt im Internet anhören (www.klangart.info/collage/Ruhrgebiet2010.mp3) oder per E-Mail (hemker@klangart.de) für fünf Euro bei ihm bestellen.

Deborah Schmidt

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