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Wetter-Pech bei „Bühne raus“

01.07.2012 | 18:10 Uhr
Wetter-Pech bei „Bühne raus“

Castrop-Rauxel.   Die Schauspieler des Westfälischen Landestheaters haben bei der „Bühne raus“-Premiere der Dreigroschenoper, einem der bekanntesten Stücke von Bertolt Brecht, sämtliche Register gezogen und das drei-Stunden-Stück mit viel Elan auf die Bühne gebracht.

Eingewickelt in dicke Winterjacken, die Regencapes gezückt und Regenschirme neben den Stühlen — so kuschelten sich am Freitagabend, dem regnerischen Wetter zum Trotz, mehr Zuschauer in ihre Sitze auf dem Marktplatz, als der frische Juniwind hätte erwarten lassen.

Spiel mit viel Elan

Die Schauspieler des Westfälischen Landestheaters haben bei der „Bühne raus“-Premiere der Dreigroschenoper, einem der bekanntesten Stücke von Bertolt Brecht, sämtliche Register gezogen und das drei-Stunden-Stück mit viel Elan auf die Bühne gebracht.

Trotzdem wollte der Funke nicht so richtig überspringen, wofür wohl weder die Darsteller noch das Publikum etwas konnten. Bereits mit Nieselregen beginnend, stand schon der Start des Stückes wettertechnisch unter keinem guten Stern und die ersten Castroper deckten sich mit Plastiküberzügen zum Schutz vor dem erwarteten heftigen Regenguss ein, der zum Glück aller Beteiligten dann aber doch ausblieb.

Ein kühler Wind

Dennoch machte der kühle Wind der Stimmung einfach zu schaffen und sorgte dafür, dass so richtige Begeisterung nicht aufkommen wollte. Mit Gefühl, Selbstironie und wechselndem Gesangstalent schmetterten Mackie Messer und Co. Bertolt Brechts Klassiker in die Menge und ernteten vom Publikum zufriedenen und gut gemeinten Applaus.

Mit Gesang

Gesanglich am meisten überzeugt hat Sophie Schmidt alias Polly Peachum, die mit kräftiger und warmer Stimme die Zuschauer und Zuhörer trotz des ungemütlichen Wetters zum Kopfnicken und Schunkeln brachte.

Auch Julia Gutjahr, Dagny Dewath, Bülent Özdil und Guido Thurk haben als Mackie Messers Handlanger das Publikum überzeugen können und mit ihrer plumpen Art für Lacher gesorgt.

Trotz des typischen WLT-Bühnenbildes – bestehend aus bewusst einfachen und spartanisch wirkenden Elementen wie zum Beispiel Kisten – war ein guter Szenenwechsel auch trotz Wanderbühne und Open Air gelungen.

Die Stimmung

Letztendlich war die Stimmung aber wohl nicht so entspannt, wie sie hätte sein können, wenn das Wetter weniger herbstlich gewesen wäre. Trotzdem haben sich die Zuschauer am Ende des Stückes zu Lobpfiffen und viel Applaus hinreißen lassen und somit die Mühe des Ensembles noch ausreichend gewürdigt.

Nina Lunemann

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