Wenig Gegenwind für Windrad auf Schwerin

Mehr Power für das Windfeld auf Schwerin: Die Castrop-Rauxeler Stadtwerke und Landwirt Wilhelm Kremerskothen wollen im dritten Quartal 2016 ein 179 Meter hohes Windrad an den Start bringen. Der Gegenwind bei einer Bürgerversammlung war relativ gering.

Schwerin.. Viel Gegenwind pustete dem geplanten Windrad auf Schwerin bei der mit rund 40 Bürgern eher mager besuchten ersten Informationsveranstaltung am Donnerstagabend im Dietrich-Bonhoeffer-Haus nicht entgegen.

Details zum neuen Windrad:

  • Typ: Enercon E-82
  • Nennleistung: 2300 kW
  • Nabenhöhe: 138 Meter
  • Gesamthohe: 179 Meter
  • Die Gondel hat übrigens der selbe Architekt entworfen, aus dessen Feder die Reichstagskuppel in Berlin stammt.
  • Für das Windrad muss die kleine Windmühle direkt neben dem Bauernhof weichen. Mit ihr war Kremerskothen 1992 als Pionier der regenerativen Energie in der Region gestartet.

Der Antrag auf Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz ist beim Kreis Recklinghausen seit März gestellt. Wird die Genehmigung erteilt, soll noch in diesem Jahr mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen werden. Es wird damit gerechnet, dass die Anlage nachts herunter gedrosselt werden muss, um die Bestimmungen der TA (Technische Anleitung) Luft zu erfüllen.

Ende dieses Jahres könnte bei positivem Bescheid der erste Bauabschnitt starten, der zweite im Sommer 2016, die Inbetriebnahme im dritten Quartal des kommenden Jahres.

In den ersten beiden Jahren nach Inbetriebnahme soll vermutlich auch ganz explizit ein Fledermaus-Monitoring durchgeführt werden. Das betonte Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Werner auf der ersten Bürgerversammlung zum Windrad. "Ein Jahr nur Fledermäuse zu zählen, das ist schon sehr anstrengend", verdeutlichte Werner. Der Auftrag zur Zählung für eines von mehreren Gutachten war extern vergeben worden.

Schatten des Windrads sei "durchaus zu verkraften"

Der Gegenwind aus Schwerin hielt sich bei der Bürgerversammlung vergangene Woche in Grenzen. Kritische Fragen gab es gleichwohl. Etwa nach Abstandsgrenzen, die das Windrad allerdings erfüllt, nach Schattenwurf und nach Infraschall. Einige Bedenken konnte Horst Tyczkowski mit einer Bemerkung ausräumen: "Die Belastung ist sehr gering", sagte der Mann, der 300 Meter vom Windpark entfernt am Dingerhof zuhause ist.

Anfang Dezember etwa zehn Tage und Anfang Januar maximal 14 Tage gebe es einen Schattenwurf - für bis zu 15 Minuten. "Durchaus zu verkraften", erklärte der Dingener.

Die Strom-Ernte könnten die Stadtwerke sowohl selber nutzen als auch an Makler verkaufen. Kommt die Genehmigung, wird eine zweite Bürgerversammlung terminiert. Dann soll es auch um Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger gehen. Nicht nur für Stadtwerke-Kunden.