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Weinkeller-Lesung macht Appetit auf neues WLT-Stück

15.11.2009 | 14:59 Uhr
Weinkeller-Lesung macht Appetit auf neues WLT-Stück

Castrop-Rauxel. Ein ungewöhnliches Appetithäppchen im urigen Weinkeller: In der „Becklemer Weinkiste” wurden Passagen aus "Die schöne Diva von Saint Jacques", gelesen. Es war ein erster Vorgeschmack auf das neu inszenierte Stück, das am Westfälischen Landestheater (WLT) in Kürze Premiere feiert.

Ein köstlicher Wortwitz, mit scharfem Verstand im Abgang. Wohl temperierter Humor, teilweise von ungewöhnlichen Geschmack, stets intensiviert durch moussierend-sprudelnde Intelligenz. Wohl wahr, diese literarische Kostprobe mundete, ein Glas guter französischer Wein rundete das Erlebnis ab. Oder genauer gesagt: die Lesung.

Wein und ein gutes Buch

Mit einer Lesung von "Die schöne Diva von Saint Jacques" war das WLT zu Gast im Weinkeller von Alfred und Ewelina Schröder in Becklem. Foto: Thomas Gödde

Das Westfälische Landestheater (WLT) hatte sich einmal mehr einen ungewöhnlichen Ort ausgesucht, um für die bevor stehende Premiere des neu inszenierten Stückes „Die schöne Diva von Saint Jacques” zu werben. Dramaturg Christian Scholze und Schauspielerin Kathrin-Marén Enders baten in einen urigen Weinkeller – und schlugen damit den Bogen zur Pariser Autorin Fred Vargas: Der Hausherr der „Becklemer Weinkiste”", Alfred Schröder, kredenzte den Gästen nämlich edle Tropfen aus Frankreich.

Eine überaus gelungene Kombination, denn Wein und ein gutes Buch – das passt einfach. Kathrin-Marén Enders las zunächst aus Fred Vargas Werk „Vom Sinn des Lebens, der Liebe und dem Aufräumen von Schränken”. Vielmehr spielte Enders, schlüpfte in die Rolle der Autorin und transportierte so den zuweilen abstrus-komischen Inhalt des geschriebenen Wortes.

Hunger auf mehr

In turbulenter Folge ging sie Gedanken und Situationen nach, denen, die jedermann kennt. Die immer wieder kehrenden Frage: Was ist der Sinn des Lebens? Wie kann ich die Liebe festhalten? Es folgten sodann hinreißende, charmante, manchmal völlig ungeordnete bis verwirrende Exkurse zu Regenwürmern, Straßenverkehr oder Kapuzenpullis.

Das war: Abstrus, aber erfrischend. Die Besucher, es waren knapp 20, hörten bei Kerzenschein schmunzelnd zu. Das machte Hunger auf mehr. Und der kann gestillt werden: Bei der Premiere des Vargas-Krimis am Samstag, 21. November, in der Stadthalle.

Karten gibt es an der Theaterkasse, Angelika Behlau, 97 80 20

Sabine Latterner

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