Wahlkämpfer der SPD wüst beschimpft
16.02.2010 | 17:21 Uhr 2010-02-16T17:21:00+0100Castrop-Rauxel. Bei der SPD sah ein 28-Jähriger Rot. Als Parteimitglieder gerade dabei waren, ihren Wahlkampf-Stand auf dem Lambertusplatz aufzubauen, mussten zwei Genossinnen wüste Beschimpfungen über sich ergehen lassen.
Der junge Mann mit dem sehr kurzen Haar und einer Tätowierung an der rechten Halsseite bedrohte zunächst eine 54-Jährige, nachdem diese beim Aufbau versehentlich das Gestänge für das Zelt fallen gelassen hatte. Kurz danach titulierte er ein weiteres Parteimitglied (44) als „scheiß SPD-Schlampe”.
Dieser Vorfall ereignete sich am 15. August letzten Jahres (wir berichteten), gestern befasste sich das Strafgericht mit der verbalen Entgleisung. Beleidigung in zwei Fällen warf die Staatsanwaltschaft dem Industriemechaniker vor.
Der sagte, er habe mit den Sozialdemokraten gar nicht gesprochen, geschweige denn derartige Äußerungen von sich gegeben habe. Mit zwei Freunden habe er am Morgen die Kneipe „Hell' s Kitchen” verlassen. Am Lambertusplatz war ein Infostand der FWI. „Wir haben uns mit denen unterhalten, weil wir nicht wussten, was FWI heißt”, so der Angeklagte.” Zeitgleich habe die SPD ihren Stand aufgebaut, die Drei seien aber bei der FWI geblieben.
„Als wir in der nächsten Kneipe waren, kam plötzlich die Polizei und hat uns Platzverweise erteilt”, erinnerte sich der 28-Jährige.
Die beiden Frauen fühlten sich bedroht. „Als mir die Stangen runter fielen, sprang er auf mich zu und sagte, er haue mir auf die Fresse”, schilderte die 54-Jährige: „Ich hatte Angst”. „Der Angeklagte und seine Freunde gingen zur FWI und fragten da nach FDP und den Linken, die Linken wollten sie aufmischen”, berichtete die 44-jährige Sozialdemokratin: „Dann sah er unsere roten Schirme und ließ rechtspopulistische Sprüche ab.” Sie musste sich übelste Beschimpfungen anhören. Permanent habe er Beleidigungen ausgestoßen. Während der 28-Jährige pöbelte, hielten sich seine Freunde zurück. „Sie haben nur applaudiert und gejohlt”, berichtete die 44-Jährige.
„Wir hatten keinen Kontakt zu den Leuten am SPD-Stand”, entgegnete ein 25-Jähriger. Es habe keine Beleidigungen gegeben.
Die Staatsanwaltschaft sah den Vorwurf am Ende als erwiesen an, forderte eine Geldstrafe in Höhe von 20 Tagessätzen zu je 20 Euro. Nicht genug für den Richter: Er verurteilte den Angeklagten zu 45 Tagessätzen à 40 Euro. Zudem kündigte er dem 25-jährigen Zeugen an, dass er möglicherweise bald Post von der Staatsanwaltschaft erhalte – wegen seiner gestrigen Falschaussage, es habe keinen Kontakt gegeben.
11:07
Super, und ich habe damals nur 250Euro bekommen von diesen Personen, die mir direkt in die Fresse hauten.
Ich hoffe nur das die 45 Tagessätzen à 40 Euro an einen Jüdischen oder Türkischen Verein gespendet werden müssen.