Vorwurf: Über eine Million Euro Steuern hinterzogen

Eine chaotische Buchhaltung, dazu Kosten, die angeblich gar nicht angefallen sind: Ein Spediteur aus Castrop-Rauxel muss sich seit Montag wegen Steuerhinterziehung vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Schaden laut Anklage: knapp 1,3 Millionen Euro.

Bochum/castrop-rauxel.. Die Staatsanwaltschaft geht von einer systematischen Steuerhinterziehung aus. Die Anklage umfasst die Jahre 2005 bis 2011. Es geht um verkaufte Lkw, die angeblich nicht ordnungsgemäß verbucht wurden, und Mieteinnahmen, die verheimlicht worden sein sollen. Außerdem wurden dem zuständigen Finanzamt in Recklinghausen angeblich Scheinrechnungen präsentiert.

Bewährungsstrafe eigentlich nicht mehr möglich

Zum Prozessauftakt am Montag vor dem Bochumer Landgericht hat sich der angeklagte Spediteur noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das soll erst in der kommenden Woche erfolgen. Für den 44-Jährigen geht es im Prozess um nicht weniger als um seine Freiheit. Normalerweise gilt der vom Bundesgerichtshof festgelegte Grundsatz: Bei Steuerhinterziehungen von mehr als einer Million Euro ist die Verhängung einer Bewährungsstrafe eigentlich nicht mehr möglich.

Da viele Zahlen allerdings auf Schätzungen beruhen, könnte es passieren, dass sich die Summe im Laufe des Prozesses noch reduzieren wird. Außerdem könnte der Spediteur mit einem Geständnis Pluspunkte sammeln.