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Seniorentanz

Vorwärts, seitwärts, hinten, ran!

02.02.2012 | 16:49 Uhr
Vorwärts, seitwärts, hinten, ran!
Der erste Seniorentanz-Nachmittag fand im Haus der Begegnung in Habinghorst statt. Foto: Thomas Gödde

Castrop-Rauxel.   Die Seniorentanzgruppe unter der Leitung von Gisela Klingbeil trifft sich neuerdings im Haus der Begegnung. Zum ersten Treffen kamen gleich zehn Damen und ein mutiger Herr.

„Oh Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Englein im Himmel nichts mit dir anzufangen“, steht auf einem der Poster, die Gisela Klingbeil im Haus der Begegnung (HadeBe) an die Wand gepinnt hat. Sie ist Tanzlehrerin mit Leib und Seele. Die Freude daran, sich im Takt der Musik zu bewegen und dabei den Alltag zu vergessen, möchte sie auch in ihren Kursteilnehmern wecken.

Gleich zehn Damen und ein mutiger Herr wagten am Freitag vor einer Woche den Versuch. „Ob ich das wohl hinbekomme?“, fragt eine der Seniorinnen gleich zu Beginn. „Na klar, tanzen kann jeder“, versichert Klingbeil mit einem Lächeln.

Auch Sitztanz wird geübt

.

„Wir beginnen mit einer rhythmischen Übung. Keine Sorge, niemand macht was falsch – nur vielleicht anders“, fordert sie die Kursteilnehmer zum ersten Tanz auf. Frau Klingbeil macht’s vor, die Damen und der Herr nach: eins, zwei, drei, tipp – vorwärts, seitwärts, hinten, ran. „Das ist ja wirklich nicht schwierig“, freut sich Renate Schröder. Sie ist ins Haus der Begegnung gekommen, um etwas für ihre Fitness zu tun und Spaß zu haben. Letzteren hat sie ganz offensichtlich. Zusammen mit ihren Freundinnen strahlt sie um die Wette, als sie auch die etwas komplizierteren Schritte meistern. Voller Elan kicken sie die Füße vor, zurück und schließlich vor eine Wasserflasche. Klirrend kullert sie über den Boden. Die Frauen lachen.

Nach einer kurzen Pause erklärt Gisela Klingbeil den nächsten Tanz. „Jeder sucht sich einen Partner und nimmt ihn an die Hand. Zu zweit laufen wir dann eine sogenannte Promenade, also einfach hintereinander im Kreis umher. Wenn der Rhythmus sich ändert, werden die Partner gewechselt.“ Einige der Kursteilnehmerinnen blicken sie etwas verwirrt an. „Wir probieren es einfach mal aus“, beschließt sie darum. Helene Strauß hat ihre Probleme mit der Schrittfolge, aber nimmt’s mit Humor. Sie biegt sich vor Lachen, als sie schon wieder falsch herum läuft: „Ganz so einfach ist das doch nicht, aber Freude macht’s.“

Klingbeil freut sich über diese Einstellung: „Sie machen alles richtig. Lachen ist gesund und beim Tanzen geht es vorrangig darum, Spaß zu haben.“ Danach erklärt sie trotzdem nochmal allen, wie der Partnerwechsel von Statten gehen soll: „Kennen Sie das Kinderlied ‚Das Wandern ist des Müllers Lust‘? Genau wie beim Tanz dazu, reichen Sie sich die Hände und gehen dann eine Person weiter. Die siebte Person ist dann Ihr neuer Promenadenpartner.“ Nicken bei den Kursteilnehmern. Jetzt kann es also weitergehen. Zu Volksmusik und russischer Polka tanzen sie durch den Raum.

Kursleiterin Gisela Klingbeil (im grünen Oberteil) bietet Seniorentanz im HadeBe an.

Damit die Senioren den ganzen Kurs überstehen und nicht irgendwann völlig erschöpft sind, fährt Klingbeil mit einem Sitztanz fort. Nun kommen die Arme ins Spiel. „Neunzig Minuten lang auf den Beinen stehen ist viel zu anstrengend. Zwischendurch gönnen wir uns mit dieser Tanzalternative eine kleine Pause“, erklärt die erfahrene Tanzlehrerin. Sie betreut bereits seit vielen Jahren die Seniorentanzgruppen der Volkshochschule Castrop-Rauxel. Sie setzt sich den Kursteilnehmern gegenüber und macht ihnen die Bewegungen für den Sitztanz vor: Arme nach links, Arme nach rechts, Hände nach vorn, Arme hoch. So weit, so gut.

Das Lied beginnt langsam, die motivierten Senioren wirken fast schon gelangweilt, dann nimmt es an Tempo auf. „Herrje, das wird ja immer schneller“, lacht Renate Schröder. Als sie den ersten Tanzkurs hinter sich hat, meint sie: „Morgen habe ich bestimmt Muskelkater, aber die Bewegung hat mir sehr gut gefallen. Ich komme wieder.“

Seniorentanzgruppe: Immer freitags im HadeBe

Die Seniorentanzgruppe trifft sich ab sofort immer freitags um 15 Uhr im Haus der Begegnung (Lange Straße 51). Die Teilnahmegebühr beträgt 3 Euro pro Einheit von 90 Minuten. Die erste Schnupperstunde ist kostenlos. Auch Anfänger und Einzelpersonen sind willkommen. Die Tänze werden jedes Mal neu erklärt und die Partner ständig gewechselt. Ansprechpartnerin in Gisela Klingbeil: 02305 75666.

Laura Konieczny

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