Vor 40 Jahren fiel der Riese von Castrop-Rauxel

Über 30 Jahre hatte der Hochbunker an der Münsterstraße als weithin sichtbares Menetekel aus der Nazi-Zeit Castrop-Rauxels Stadtbild mitgeprägt. Doch am 24. Mai 1975, 16.10 Uhr fiel der Koloss aus Stahlbeton in sein vorbereitetes Bett aus Sand und Altreifen. Ein Blick zurück - mit einer Super-Acht-Dokumentation.

Castrop-rauxel.. Die Hochbunkersprengung von Castrop am 24. Mai 1975 war seinerzeit auch ein großes überregionales Medienereignis. Castrop-Rauxel schaffte es an diesem Tag damit sogar in die Hauptausgabe der ARD-Tagesschau, wie Zeitzeugen sich noch erinnern. Darüber hinaus hatten sich unzählige Schaulustige vor Ort mit ihren Fotoapparaten und Kameras aufgestellt, um den Fall des Riesen festzuhalten.

Einer von ihnen war Werner Braukhoff aus Merklinde. Der heute 73-Jährige, seit Kindheit begeisterter Fotograf, hatte sich bereits 1970 seine erste Super-Acht-Kamera gekauft, ein Schweizer Fabrikat mit Namen Bolex. Nach Besuch eines VHS-Kurses gehörte Braukhoff zu den Mitgründern des Super-Acht-Filmklubs "Team 74", der im Maximilian-Kolbe-Haus seine Heimat hatte.

Wie bei "Zwölf Uhr mittags"

An den 24. Mai vor 40 Jahren erinnert sich Braukoff noch, als sei es gestern gewesen. "Ich hatte schon Tage zuvor recherchiert, mit dem Sprengmeister gesprochen, war die freigegebenen Strecken abgelaufen und hatte mir ein möglichst günstiges Plätzchen ausgesucht", erzählt er im Gespräch.

Am Tag selbst war er schon morgens vor Ort, legte den Film wie einen echten Showdown bei einem Western an. Wie beim Western-Klassiker "Zwölf Uhr mittags" mit Gary Cooper und Grace Kelly wird häufig die Uhr am Bahnhof Süd eingeblendet, nur dass es statt High Noon (12 Uhr mittags) dann 16.10 Uhr wird, bis es zum Äußersten kommt.

Von der Sprengung gab es seinerzeit mehrere Kurzfilme, bei der Nachbesprechung im "Team 74" kam Braukhoff gut weg. Jahre später setzte er noch den Neubaukomplex, der am Standort des Bunkers entstanden war an den Film an, so dass ein Vorher-/Nachher-Effekt entstand.

So sah die Bunkersprengung vor 40 Jahren als Super-Acht-Film aus: