Von LKW überrollt - Fahrer stand nun vor Gericht

Nur mit Glück hat das Opfer den Unfall vor einem halben Jahr vor dem St.-Rochus-Hospital in Castrop-Rauxel überlebt: Ein LKW-Fahrer hatte den 63-Jährigen übersehen und angefahren. Der Verursacher musste sich am Freitag vor Gericht verantworten. Deutlich wurde: Eine Augenzeugin rettete dem Opfer das Leben.

Castrop-rauxel.. Einstellung des Verfahrens der fahrlässigen Körperverletzung gegen die Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von 700 Euro. So lautet die Entscheidung des Gerichts. Und das, obwohl das 63-jährige Opfer den Unfall am 15. Dezember 2014 vor dem St.-Rochus-Hospital beinahe nicht überlebte. Nur einer aufmerksamen Fußgängerin ist es zu verdanken, dass dieser Tag nicht mit einer Tragödie endete.

Zwischen den Reifen eingeklemmt

So hatte sich der Unfall ereignet: "Ich bringe einmal im Monat rund eine Tonne Reinigungsmaterial zum Krankenhaus", erklärt der Angeklagte am Freitag den Richtern. Dazu müsse er auf der Wittener Straße stoppen, dann rückwärts die Auffahrt nehmen, da es dort keine Wendemöglichkeit gebe. Der Weg war frei, sagte er. Das Unfallopfer hat sich vermutlich im sogenannten toten Winkel aufgehalten.

"Ich sah einen Mann kommen, dann war er plötzlich weg", schildert die aufmerksame Passantin den Vorfall. Durch Rufe und wilde Gesten macht sie den Fahrer auf sich aufmerksam. Der Laster bleibt stehen, der Fahrer kurbelt die Scheiben runter. "Diese Augen werde ich niemals vergessen", beschreibt sie die furchtbare Ahnung im Blick des LKW-Fahrers. Der steigt aus, geht um sein Fahrzeug und sieht den Verunglückten zwischen den Reifen unter der Hinterachse.

Auch die Ehefrau des Opfers ist zu der Zeit noch in der Nähe, sie hatte ihren Mann an der Bushaltestelle aus dem Auto steigen lassen. "Ich hab ihn durch die Luft fliegen, dann schreien gehört", sagt sie. Krankenhaus-Ärzte versorgen das Opfer, bis er von der Feuerwehr befreit und schließlich operiert werden kann.

Der Schock sitzt tief

Heute fällt dem 63-Jährigen das Gehen schwer. Trotzdem hegt er keinen Groll gegen den Angeklagten. Er findet das Urteil in Ordnung. Den 15. Dezember wird keiner der Beteiligten vergessen, der Schock sitzt immer noch tief. Eins ist klar: Ohne die aufmerksame Passantin hätte der Mann diesen Unfall nicht überlebt.