Vom Polizistinnen-Beißer zum Polizeihund

Ein Polizeihund bei der Ausbildung.
Ein Polizeihund bei der Ausbildung.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Vor einem halben Jahr hat ein Schäferhund aus Castrop-Rauxel eine Polizistin gebissen - inzwischen hat der Vierbeiner die Seiten gewechselt.

Castrop-Rauxel.. Vom Polizistinnen-Beißer zum Polizeihund: Diese unglaubliche Hundekarriere offenbarte sich bei einer Verhandlung am Amtsgericht am Mittwoch. Angeklagt war die ehemalige Besitzerin des Hundes aus Castrop-Rauxel wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Der 48-Jährigen gehörte der Hund, als zwei Polizistinnen zu ihr kamen, um Zustand und Unterbringung des Tieres zu prüfen. Der Polizei lag eine Mitteilung vor, in der es hieß, der Hund wäre verwahrlost, unterernährt und habe Wunden durch ein Stachelhalsband. Außerdem sei der Zwinger heruntergekommen.

"Hund sah ordentlich aus, gut ernährt"

Nichts davon bewahrheitete sich beim Besuch der Polizistinnen. "Der Hund sah ordentlich aus, gut ernährt", sagte die 25-jährige Polizistin aus, die kurz darauf von dem Schäferhund in den rechten Arm gebissen wurde. Die Besitzerin hatte das Tier aus dem Zwinger geholt und demonstrieren wollen, wie folgsam es ist. Doch der Hund sprang die Polizistin an und biss in ihren Arm, bis die Kollegin mit Pfefferspray dazwischen ging.

Pikant: Am Tatort hielt sich auch die Tochter der Angeklagten auf. Die scheint hinter den Kulissen für jede Menge Aufruhr gesorgt zu haben, um ihrer Mutter - zu der sie kein gutes Verhältnis haben soll - übel mitzuspielen. Sie hatte offenbar der Polizei die falschen Informationen über den Hund zukommen lassen und ihn auch bewusst irritiert. Vor Gericht sagte die 25-Jährige am Dienstag nicht aus. Sie machte von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Der Hund hat nach dem Vorfall auf Vermittlung seiner Hundeschule einen neuen Besitzer gefunden. Und der bildet ihn momentan zum Polizeihund aus. Das Verfahren gegen die Vorbesitzerin wurde gegen Zahlung einer Geldbuße von 600 Euro eingestellt.