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Castrop-Rauxel

Vision mit Bodenhaftung

06.03.2008 | 18:57 Uhr

Qualitätssteigerung beginnt im ersten Schritt am Simon-Cohen-Platz. Fehler in der Kommunikation eingeräumt. Aufwertung auch in Ickern, Schwerin und Habinghorst

Die Visionen ohne Bodenhaftung, die die Planer für die Altstadt im Rahmen des NRW-Projektes "Stadt macht Platz" vor mehr als zwei Jahren entwarfen, bleiben Hochglanzentwürfe. Zum Zuge kommt jetzt, wie berichtet, eine deutlich abgespeckte Version. Den Anfang macht der Simon-Cohen-Platz mit einem überschaubaren Finanzrahmen von rund 360 000 Euro.

"Es war von Anfang an klar, dass der Entwurf des Wettbewerbssiegers nicht hundertprozentig umgesetzt wird", versucht Bürgermeister Beisenherz den Kritikern nachträglich den Wind aus den Segeln zu nehmen. Außerdem erinnert er daran, dass es bei der Vorstellung der radikalen Umgestaltung der Innenstadt nur drei Gegenstimmen im Rat gegeben habe.

Das ändere nichts daran, dass die Stadtentwickler auch Fehler gemacht hätten. So tauchten erst nach der Veröffentlichung Probleme auf, die Nachbesserungen erforderlich gemacht hätten. So bleibt jetzt der Lambertusplatz mit dem Bormann-Brunnen unangetastet. Die Allee wird mit kleinkronigen Bäumen gestaltet, so dass es keine Probleme mit dem Untergrund geben dürfte.

An den Leitzielen hält die Stadt jedoch auch in der Mini-Version fest. Es geht darum, die Aufenthaltsqualität zu steigern, denn die Einkaufszone sei in die Jahre gekommen. Beisenherz: "Wir können nicht in den 70er Jahren stehen bleiben."

Der Cohen-Platz wird in Abstimmung mit der Jüdischen Gemeinde Dortmund wieder als geräumige Fläche erfahrbar umgestaltet. Die Debatte um das Ehrenmal nennt Stadtentwickler Martin Oldengott aufgesetzt. Einige Kritiker verschweigen den Vandalismus, ignorieren urinierende Hunde an dieser Stelle.

Die Altstadt bleibt Oberzentrum. Allerdings fließt nicht alles Geld in diesen Bereich. Der Bürgermeister erinnert an die Umgestaltung des Ickerner Marktes, die noch nicht abgeschlossen ist, an den Neuroder Platz im Ortsteil Schwerin und die Pläne für die Zechenbrache. Und an das Großvorhaben in Habinghorst, in dem die Lange Straße die Hauptrolle spielt.

Von Christa Schriever

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