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Vierbeinige Therapeutin geht in Rente

01.06.2011 | 18:20 Uhr
Vierbeinige Therapeutin geht in Rente
Schichtwechsel in der Physiotherapie-Praxis Urbisana: Hündin Emma tritt künftig kürzer. Ihre Nachfolgerin wird Elsa und ganz jung im Team ist Marie, gerade in paar Wochen alt. Foto: Ute Gabriel

Castrop-Rauxel.   Die zwölfjährige Hündin Emma, die beim Therapiezentrum Urbisana in der tiergestützten Therapie hilft, wird abgelöst

Emma liegt ganz gelassen auf dem Boden im Therapieraum des Therapiezentrums Urbisana an der Hugostraße. Ihre Lider sind gesenkt, ihr Atmen ist ganz leise zu hören – ruhig und gleichmäßig geht es.

Die zwölfjährige Golden-Retriever-Hündin kommt gerade von einem Einsatz im Seniorenheim zurück. Völlig entspannt schaut sie dann ihren beiden Team-Kolleginnen Elsa und Marie dabei zu, wie sie sich ein Stückchen weiter auf dem Boden kabbeln. Die kleine Elsa ist zwölf Monate alt, sie wird in einigen Wochen Emmas Nachfolge antreten.

Bis die zehn Wochen alte Marie ein ausgewachsenes Praxismitglied ist, dauert es noch ein bisschen, aber das kleine Fellknäuel hat sich schon gut in den Praxisalltag integriert. „Sie ist völlig selbstbewusst“, erklärt Diana Huck, die Leiterin des Therapiezentrums, „wir haben sie an einem Samstag bekommen und am Montag direkt mit in die Praxis genommen.“ Marie sei sofort mit den Kindern ins Bällchenbad gegangen. In den vier Wochen, die sie jetzt bei Diana Huck lebt, ist sie schon zu vier Einsatzorten mitgekommen.

Der betroffene Körperteil wird dabei auf dem Hund gelagert

Die einjährige Elsa ist mittlerweile schon so weit, dass sie bei Therapiesitzungen mithelfen kann. Im Sommer wird Linda Zysk, Diana Hucks Tochter, mit dem vierbeinigen Nachwuchs eine Ausbildung zum Therapiebegleithund machen. Die beiden jungen Golden Retriever stehen noch am Anfang ihrer Karriere. Für Emma hingegen soll es nun etwas ruhiger werden. Sie hat momentan rund 40 Patienten in der Woche. Als Therapiebegleithündin besucht sie neben ihrer Arbeit in der Praxis ein Kinderhospiz und ein Seniorenheim. Bei der Ergotherapie hilft sie zum Beispiel Kindern mit Spastiken.

Der betroffene Körperteil wird dabei auf dem Hund gelagert, dazu läuft Entspannungsmusik. „Emma verhindert, dass der Körperteil die Fehlhaltung annimmt. Außerdem wirken das weiche Fell und der Herzschlag sehr entspannend auf die Patienten. Sie regen die Sinneswahrnehmung an“, erklärt Linda Zysk. Emma ist ihr Hund. Sie hat sie mit 14 Jahren zur Konfirmation bekommen, weil sie selbst seit ihrer Geburt eine Lähmung im Arm hat. „Emma hat meinem Körper und meiner Psyche gut getan“, erklärt die 23-Jährige. So gut, dass Mutter Diana Huck, gelernte Krankenschwester und Gesprächspsychologin, mit Emma eine Ausbildung zum Therapiebegleithund absolviert hat.

Die wichtigen Dinge eines Hundelebens

„Emma war von Anfang an in der Praxis mit dabei“ , berichtet Diana Huck. Auch ihren Ruhestand wird sie in der Praxis verbringen, denn hier fühlt sie sich wohl. Allerdings wird Emma ihre Tätigkeit dann auf die wirklich wichtigen Dinge eines Hundelebens begrenzen: Leckerchen fressen und Streicheleinheiten kassieren .

Experten für Tiergestützte Therapie

Das Urbisana Therapiezentrum mit Sitz in Castrop-Rauxel und Herne bietet Ergotherapie, Physiotherapie, Gesprächstherapie und natürlich die Tiergestützte Therapie, bei der Emma und ihre vierbeinigen Kolleginnen zum Einsatz kommen, an. Die Expertinnen erklären zur Tiergestützten Therapie, dass eine wesentliche Bedeutung des Hundes als Lernpartner für den Menschen sei, dass er uns zeigt, wer wir wirklich sind.

Henrike Pinkal

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