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Über den Wipfeln ist (Un-)Ruh

18.07.2007 | 10:55 Uhr

Zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich möchte der Kreis als Untere Landschaftsschutzbehörde Alternativstandorte für das geplante Hospiz in Frohlinde benannt haben

Eigentlich schien alles klar: An der Hubertusstraße in Frohlinde hat Elisabeth Grümer der Hospizstiftung ein Grundstück zur Verfügung gestellt. Vor Jahren bereits. Zwar im Landschaftsschutzgebiet gelegen, sollte dort in einer ausgesprochen idyllischen Lage das Hospiz gebaut worden. Stiftung und Stadt waren sich ob ihres Planes so sicher, dass sie bereits im September 2005 zum obligatorischen ersten Spatenstich luden.

Jetzt, Jahre später, meldet die Kreisverwaltung Einspruch an: "Die Prüfung der Alternativstandorte steht noch aus", sagt Dietmar Schramm, Pressereferent von Landrat Jochen Welt. Unsinn, entgegnet Bürgermeister Johannes Beisenherz, "die Alternativen haben wir bereits im Vorfeld geprüft".

Ein Mitspracherecht hat der Kreis, weil er als übergeordnete Behörde Träger der Landschaftsplanung ist. "Damit steht der Schutz des Freiraumes an dieser Stelle höherrangig als jede bauliche Nutzung", so Schramm. Daher benennt die Kreisverwaltung jetzt auch zwei Alternativen. Statt an der Hubertusstraße, könne man für das geplante Hospiz Flächen nutzen, "die in unmittelbarem Anschluss an die bestehende Bebauung grenzen". Zwar liegen diese Alternativflächen auch im Landschaftsschutzgebiet - die eine sei aber bereits versiegelt, die zweite "zum Zwecke der Bebauung aus dem Geltungsbereich des Landschaftsplanes entlassen".

Das Interessante daran: Die beiden Flächen befinden sich im Besitz von Elisabeth Grümer, die der Stiftung ja bereits das Hospiz-Grundstück zur Verfügung gestellt hatte. Als "Bonbon", so Schramm, könne der Kreis den strittigen Standort ja erwerben. "Dieses Kapital könnte der Hospizstiftung dann zur Verfügung stehen", so Schramm. "Die Fläche würde dann im Rahmen des Ökopools des Kreises der Stadt Castrop-Rauxel zur Verfügung stehen."

Ganz so einfach schätzt Beisenherz diesen angebotenen Deal nicht ein. Denn mit Tausch läuft da nichts. "Die Stiftung hat nur das eine Grundstück an der Hubertusstraße", sagt er. Weder die Stiftung, noch die Stadt oder der Kreis könne Elisabeth Grümer sagen: Gib uns ein anderes Grundstück.

Der Bürgermeister versteht die Argumentation des Kreises nicht. "Das Grundstück grenzt an Dortmunder Stadtgebiet und somit an ein dortiges Landschaftsschutzgebiet", erklärt Beisenherz. Die Landschaftsschutzbehörde der Nachbarstadt habe allerdings bereits ihre Zustimmung zum geplanten Hospiz an der Hubertusstraße erklärt.

Natürlich sei die Landschaft ein hohes Gut, das es zu schützen gilt, erklärt Beisenherz. Der Kreis müsse jetzt dringend klären, ob "der Landschaftsschutz höher einzuordnen ist als die soziale Einrichtung eines Hospizes", so Beisenherz."Wir können nicht sagen: Gib uns ein anderes Grundstück"

Von Angelika Wölke

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