Traumberuf zum Greifen nah
08.02.2010 | 17:45 Uhr 2010-02-08T17:45:00+0100
Castrop-Rauxel. Die Achtklässler der Willy-Brandt-Gesamtschule tauchten eine Woche lang in die Arbeitswelt ein. Fünf Tage lang beschäftigten sie sich mit ihrer Berufs- und Lebensplanung. Einige Projekttage kamen gut an, manche weniger. Am Montag ließen sie die Woche Revue passieren.
Fünf Tage drehte sich bei den Achtklässlern der Willy-Brandt Gesamtschule alles um die Berufsplanung, die bis dato für einige noch in weiter Ferne lag. Am Montag ließen einige von ihnen das „Berufsorientierungscamp” Revue passieren. Erste, gemeinsame Erkenntnis: Wiederholungsbedürftig für alle folgenden Achtklässler! „Insgesamt haben wir viele hilfreiche Tipps bekommen und einige haben auch endlich ihren Traumberuf gefunden”, erzählt Rukiye.
Persönliche Stärken und Schwächen
Tag 1: Soziale Kompetenzen entdecken. Im Jugendzentrum TRAVO erarbeiteten die Schüler ihre persönlichen Stärken, aber auch Schwächen. „Das fanden wir zu langweilig, weil es wenig Abwechslung gab und wir sehr viel im Stuhlkreis gemacht haben”, sind die Schüler ehrlich. „Aber es war interessant zu entdecken, welche Stärken eigentlich in uns liegen. Wie Geduld, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit oder gut zuhören zu können”, so Chiara.
Tag 2: Berufsbilder kennenlernen. „Sinn der Übung war es eigentlich, dass Mädchen typische Männerberufe erkunden und andersherum”, ist Aylin ein wenig enttäuscht. „Stattdessen haben wir in Gruppen im Internet Informationen zu verschiedenen Berufen heraus gesucht und die auf einer Collage zusammengetragen.” Dennoch sei es spannend gewesen zu erfahren, was zum Beispiel ein Zerspanungsmechaniker macht.
Tag 3: Lebensplanung und Berufsplanung. Was verdiene ich eigentlich in meinem Traumberuf und wie viele Kosten kommen auf mich zu? Darüber haben sich die Schüler ausreichend Gedanken gemacht und sind fast vom Stuhl gekippt, als sie durchgerechnet haben, welche Kosten ihre Eltern derzeit stemmen. „Mir war nie bewusst, dass es so viele Kosten gibt”, sagt Aylin. „Kinder sind ganz schön teuer.” Es seien viele ins Grübeln gekommen, sagt Lehrerin Dorothea Timm. „Eine Schülerin wollte gerne Bestattungsfachfrau werden, hat dann aber gemerkt, dass 1400 Euro netto ganz schön wenig sind, um über die Runden zu kommen.”
Vorstellungsgespräche simuliert
Tag 4: Theaterpädagogischer Tag. Mit einer Sozialpädagogin haben die Schüler Vorstellungsgespräche simuliert. „Die Dozentin hat uns schon gute Tipps mitgegeben, wie man sich verhalten und kleiden soll, aber manche Übungen waren einfach zu albern”, finden die Achtklässler. Der Tag sei nicht das gewesen, was sie erwartet hatten, stimmt Timm zu. Denn eigentlich sei angekündigt worden, die simulierten Vorstellungsgespräche auf Video aufzuzeichnen. „Wir konnten das aber lösen.”
Tag 5: Stadtteilorientierte Berufsralley. Freitag sei der beste Tag gewesen. „Wir sind in Gruppen einfach zur Sparkasse oder zu Ärzten gegangen und haben sie gebeten, uns zu informieren, ob sie ausbilden und was man dort so lernt”, erzählt Gordon. Auch wenn der ein oder andere schroff abgewiesen wurde, seien die meisten höflich aufgenommen worden.
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