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Trampelpfade adé

07.02.2012 | 17:49 Uhr
Trampelpfade adé
Der Verein „Menschen an der Emscher“ hofft weiterhin auf einen Verbindungsweg zwischen dem Siedlungsbereich Vinckehof und dem Emscherweg. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool

Castrop-Rauxel.Der Herdicksbach wird schöner. Abwasserfrei ist er ja bereits. Und in absehbarer Zeit wird die Emschergenossenschaft ihn auch noch aus seinem Beton-Korsett befreien. Die Vorarbeiten für die Renaturierung haben jedenfalls schon begonnen. Die eigentlichen Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung starten in diesem Frühjahr.

Nun regt der Verein „Menschen an der Emscher“ an, im Zuge des Umbaus auch weiterhin über ein geordnetes Wegesystem entlang des Gewässers im Bereich zwischen der Autobahn 2 und der Stettiner Straße nachzudenken. Der Herdicksbach könnte so zusätzlich an Attraktivität gewinnen. „Schon jetzt gibt es an dem Gewässer viele Trampelpfade“, sagt Klaus-Dieter Tesch, Vorsitzender des Vereins „Menschen an der Emscher“. Wenn der Bach erst einmal renaturiert sei, „wenn Zäune fallen und das Gelände frei zugänglich ist, dann dürfte noch mehr Wildwuchs entstehen“, vermutet Tesch. „Dann wird sich jeder seinen Weg bahnen, was das Projekt konterkarieren dürfte.“ Denn: „Wenn der Bach an Attraktivität gewinnen soll, dann muss auch das Umfeld entsprechend aussehen“, betont der Ickerner. „Für eine nachhaltige und sichere Entwicklung brauchen wir geordnete Zugänge“, ergänzt Tesch.

Neben einer geordneten Wegeführung hält er nach wie vor auch eine kleine Fußgängerbrücke im ersten Drittel jenes Bereichs zwischen der Autobahn 2 und der Stettiner Straße für sinnvoll – um eine Verbindung zwischen der Kleingartenanlage Henrichenburg und dem Siedlungsbereich der Aapwiesen zu schaffen. „Die Emschergenossenschaft verschließt sich diesen Plänen nicht, würde ihre Maßnahmen sogar darauf abstimmen.“ Aber: Wegesystem und Fußgängerbrücke liegen laut Tesch im Zuständigkeitsbereich der Stadt – und die hat bekanntermaßen kein Geld.

„Das Ganze steht auf sehr wackeligem Boden“, sagt Tesch. Ob sich der Verein in Zeiten knapper Kassen eventuell selbst finanziell miteinbringen könnte? „Nein, das können wir leider nicht stemmen“, antwortet der Vorsitzende. Doch er fährt fort: „Wir könnten uns allerdings Bachpatenschaften vorstellen.“ Die könne entweder der Verein übernehmen oder Einrichtungen wie beispielsweise der Stephanus-Kindergarten, erklärt Tesch, der seinen Blick auch auf den Vinckehof richtet. „Wir wünschen uns – so wie ursprünglich im Bebauungsplan vorgesehen – einen Korridor zwischen Siedlungsbereich und Emscherweg.“ Tesch weiter: Eine Verbindung von der Siedlung zur Emscher wäre ebenfalls wünschenswert, damit Trampelpfade und niedergetretene Zäune auch hier der Vergangenheit angehören.

Sabine Latterner

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