Touren durch die Borkenberge

Haltern am See..  Die Britische Rheinarmee wird den Truppenübungsplatz Borkenberge Ende Mai 2015 zurückgeben. Was danach auf dem rund 1700 Hektar großen Areal geschehen soll, dazu hat jetzt auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ein Leitbild vorgestellt.

Da das Gebiet zu 100 Prozent Natura-2000-Fläche sei, seien Pläne, Projekte und wirtschaftliche Nutzungen unzulässig, die eine erhebliche Verschlechterung der streng geschützten natürlichen Lebensräume und Arten verursachen können. Aus Sicht des BUND zählen dazu auch landwirtschaftliche Nutzungen oder gar das Fahren von Motocross-Fahrzeugen.

Zugleich will der BUND die geschützten Flächen aber für die Menschen erlebbar machen: „Das Schutzgebiet stellt eine Bereicherung für den Ballungsraum Ruhrgebiet und das südliche Münsterland dar. Es lässt sich hervorragend in eine Naherholungskulisse der angrenzenden Kommunen integrieren“, sagt Holger Sticht vom BUND. Im Einzelnen könne der BUND sich folgende, sanfte touristische Nutzungsmöglichkeiten vorstellen: Tagestouren oder aber auch mehrtägige Aufenthalte, um den Naturraum Borkenberge zu erleben und zu erkunden. „Vorrangig ist natürlich der Schutz der Lebensräume zu beachten“, so Sticht.

Kombinierte Wander- und Radwege könnten jedoch um die streng geschützten Bereiche herum geführt und verbunden werden mit dem regionalen Radwegenetz. An zwei Stellen sollen laut BUND in der Nähe der Borkenberge und des Weißen Venns kleinere Besucherzentren für die Bevölkerung eingerichtet werden. Dort wäre eine erste Information für die Naturfreunde möglich. Die genauen Standorte sollen noch in enger Kooperation mit den beteiligten Gemeinden ermittelt werden.

Von den Rundwanderwegen führen im BUND-Leitbild an ausgesuchten Stellen Stichwege zu den geschützten Gebietsteilen. Entlang der Rundwander- und Stichwege werden – je nach Geländeausprägung – Beobachtungskanzeln und -türme gebaut, die auch die Beobachtung scheuerer Arten und weitreichende Überblicke ermöglichen könnten. Regelmäßig würden Führungen für Kleingruppen organisiert, die dann auch näher an die aus Naturschutzsicht sensibleren Bereiche herankommen könnten.

„Diese Fläche ist aus ökologischer Sicht wirklich der Hammer. Und was sie so einzigartig macht, das können wir auch zeigen“, schwärmt Sticht. Allerdings sei eines völlig klar: „Bevor hier Wander- oder Radwege erschlossen werden, muss zuerst der Kampfmittelräumdienst die Wege sichern.“

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