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Castrop-Rauxel

Tolle Gemeinschaft

15.12.2008 | 18:26 Uhr

Stamm St. Lambertus Castrop der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) zählt viele junge Mitglieder."Zelten ist das Größte". 20 Namen stehen auf Warteliste für die "Wölflinge". Verbot in der Nazizeit

Im Marcel-Callo-Haus trifft sich der Stamm St. Lambertus der DPSG. Viele Kinder suchen um die Aufnahme nach, doch im Jugendalter ebbt der Zustrom ab.

VEREINT IN CASTROP-RAUXEL Romantik am Lagerfeuer und jeden Tag eine gute Tat. Diese Klischees mag Ursula Kopshoff eigentlich gar nicht. "Pfadfinder sein heißt mehr als das", sagt die Vorsitzende des Stammes St. Lambertus Castrop der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG). "Vor allem ist es moderne Jugendarbeit mit einem sehr gut ausgebildetem Leitungsteam."

Weit über 100 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gehören bundesweit dem katholischen Pfadfinderverband an. Er wurde 1929 gegründet und erlebt nach Auflösung und Verbot während der Nazizeit seit den 50er Jahren ein stetiges Wachstum.

In Castrop-Rauxel allerdings ist St. Lambertus als einziger Stamm übriggeblieben. 55 Mädchen und Jungen - sie kommen aus allen Gemeinden des Stadtgebiets - sind heute mit Leib und Seele dabei, angefangen bei der Gruppe der Wölflinge (7 bis 10 Jahre) über die Jungpfadfinder (11 bis 14 Jahre) und Pfadfinder (14 bis 16 Jahre) bis hin zu den Rovern (16 bis 20 Jahre).

Stolz, seit einem Jahr ein orangenes Wölflingstuch tragen zu dürfen, ist beispielsweise Leander Fuchs. Der Zehnjährige ist sich sicher: Einmal richtig Pfadfinder, immer Pfadfinder. "Was man hier macht, erlebt man woanders nicht", erzählt er. Basteln, Handwerken, Expeditionen in der Natur und vor allem die Gruppenfahrten haben es ihm angetan. "Das Zelten ist das Größte", schwärmt er. Auf große Tour gehen auch die beiden Jungpfadfinderinnen Annika Rüttershoff (11) und Madeleine Nitsch (11) gerne. "Das Besondere am Pfadfindersein ist jedoch die tolle Gemeinschaft. Wir haben hier jede Menge neue Freunde gefunden", berichten die beiden.

Die größte Gruppe machen die Wölflinge aus. "Mehr Kinder können wir einfach nicht aufnehmen. 20 Namen stehen noch auf einer Warteliste, für eine zweite Gruppe fehlen uns die Leiter", so Ursula Kopshoff. Dringend aufgestockt werden müsste allerdings die Rover-Truppe. "Wir sind leider nur zu siebt, inklusive der beiden Leiter. Schreiben sie ruhig, wie gut wir drauf sind", lacht Leiterin Ester Leimbach und entschwindet mit ihren Rovern auch sogleich zum Kinoabend in die Kurbel.

"Sie sehen, wir gehen mit der Zeit. Wenn die Kinder und Jugendlichen es möchten, wandern wir natürlich auch zum Spurenlesen in den Wald, aber auch Kino, Videonächte, Kochen usw. stehen auf dem Programm", betont die Vorsitzende. Damit die Pfadfinder ihre Interessen und Ideen kreativ in Spielen und Projekten umsetzen können, nehmen ihre zwölf Leiter regelmäßig an Kursen der DPSG statt.

Im Marcel-Callo-Haus hat der Stamm sein festes Lager aufgeschlagen. Und das hat sich nicht zuletzt dank der flinken Hände und Füße der Pfadfinder zu einer vielfältigen Begegnungs- und Veranstaltungsstätte entwickelt.Foto: Gödde/HG

Von Stefanie Wand

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