Sturm in Castrop-Rauxel: 14 Einsätze für Feuerwehr

Sturmtief "Niklas" wütet über Deutschland und macht auch vor Castrop-Rauxel nicht halt. Für die Feuerwehr gibt es einiges zu tun: Sie musste bislang zu 14 Einsätzen ausrücken, teils auch größerer Art. Die Europahalle war betroffen - derzeit ist der Kirchplatz an der St.-Lambertuskirche großräumig abgesperrt.

Castrop-rauxel.. Aktualisierung 20.02 Uhr:

Gegen 20 Uhr waren die provisorischen Arbeiten an der Lambertuskirche beendet. Laut Pfarrer Winfried Grohsmann hat der rechte Teil des Daches einen Totalschaden erlitten und muss komplett erneuert werden. Die Dachdeckerei Milte will am Mittwoch den Schaden mit einem eigenen Hubwagen inspizieren. Das Kupferdach war nach dem Krieg 1945 angebracht worden, ist mithin 70 Jahre alt. Der komplette Einsatz dauerte rund sechs Stunden.

Die Fotostrecke zeigt den Anfang der Dachabhebung bis zu seiner provisorischen Reparatur.

Aktualisierung 19 Uhr:

Der Kirchplatz an der St. Lambertuskirche ist weiterhin gesperrt. Es ist der spektakulärste Sturmschaden-Einsatz am heutigen Tag in Castrop-Rauxel.

Die wichtigsten Hintergründe:

Der böige Wind hat das Kupferdach des rechten Hauptschiffes zur Fußgängerseite hin von der Holzverkleidung gelöst und drohte mehrere Quadratmeter abzureißen. Das Dach löste sich im Laufe der Zeit immer weiter, riss später eine der Gaubentüren aus der Verankerung. Ordnungsamt und EUV sperrten den Kirchplatz sofort komplett ab. Feuerwehr und Mitarbeiter der Dachdeckerfirma Milte versuchten vom frühen Abend an, vom Korb einer Drehleiter aus, das Dach wieder zu fixieren. Der Einsatz in luftiger Höhe erwies sich allerdings als ausgesprochen schwierig und gefährlich. Mehrmals musste der Korb oben aufsetzen, um dem Dachdecker das Arbeiten zu ermöglichen. Der Einsatz hält derzeit an.

Aktualisierung 18:30 Uhr:

Bis zum frühen Abend musste die Feuerwehr laut Pressesprecher Michael Brudek zu 14 Einsätzen ausrücken, die mit dem Sturm zusammenhingen. Die meisten waren kleinere Fälle, bei denen es etwa um fliegende Dachpfannen ging.

Ein größerer Einsatz fand auf Schwerin am Hellweg Ecke Dortmunder Straße statt. Hier war ein stattlicher Baum mit einem Stammumfang von 1,80 Metern umgestürzt. "Da kamen wir mit der Säge kaum durch", sagt Brudek. Mit drei freiwilligen Löschzügen und der Hauptwache war die Feuerwehr bis zum Abend im Einsatz. Insgesamt rechnet er nicht mit größeren Schäden. "Die Bäume tragen kein Laub und bieten wenig Angriffsfläche. Und Ela hat uns auch, um es mal zynisch zu sagen, viel Arbeit abgenommen."

Am späten Nachmittag gab es dann noch zwei größere Einsätze: In der Altstadt haben sich an der St.-Lambertuskirche die Dachpfannen gelöst. Der Einsatz läuft noch, die Feuerwehr hat den Kirchplatz großräumig abgesperrt.

Etwas geringer war das Gefahrenpotenzial an der Europahalle, da dort erheblich weniger Publikumsverkehr herrscht. Teile der Dachverkleidung an der Halle hatten sich durch den Sturm gelöst. Ein Feuerwehrmann fuhr mit der Drehleiter nach oben, hackte ein Loch in die lose Dachpappe und setzte die Stichsäge an. Gemeinsam mit zwei seiner Kollegen sicherte die Feuerwehr das Stück.

Das war der Stand am Dienstagmittag:

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, bleiben die kommunalen Friedhöfe am Dienstag vorsichtshalber für den Rest des Tages gesperrt. Am Mittwoch, 1. April, sollen sie aber wie gewohnt geöffnet sein.

Die Lage ist dabei in Castrop-Rauxel insgesamt weiterhin relativ entspannt. Am Vormittag vermeldete die Feuerwehr lediglich zwei kleinere Einsätze: Ein umgestürzter Baum und einige entflogene Dachziegel. In der Nacht zu Dienstag mussten die Einsatzkräfte sturmbedingt nicht ausrücken.

Vorbeigezogen ist "Niklas" aber noch nicht. Die Unwetterzentrale Deutschland weist für Castrop-Rauxel wie für weite Teile Deutschlands die zweithöchste Warnstufe ("Rot") aus, der Deutschen Wetterdienst warnt vor "markantem Wetter" ("Orange").