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Gericht

Streit unter Nachbarn - dann flog der Zwerg

21.11.2011 | 17:35 Uhr
Streit unter Nachbarn - dann flog der Zwerg

Castrop-Rauxel.   Der Werfer musste sich jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft sprach von Ungereimtheiten und forderte Freispruch. Der Richter folgte dem Antrag.

Ein besonderer Fall von Zweckentfremdung: Ein 24-Jähriger soll einen 50 Zentimeter großen Gartenzwerg aus Holz als Wurfgeschoss missbraucht haben. Seine Nachbarin sagt, er habe sie am Arm verletzt. Der junge Mann wiederum behauptet, er habe nicht auf sie, sondern auf ihren angeblich aggressiven Hund gezielt.

So geschehen im August in der Vinckestraße in Castrop-Rauxel. In den späten Abendstunden sollen die beiden zerstrittenen Nachbarn aufeinander getroffen sein. „Wir haben Geburtstag gefeiert“, sagte der Angeklagte. Im Garten habe die Festgesellschaft fröhlich beisammen gesessen. Plötzlich aber habe sein Hund vorne am Zaun angeschlagen, woraufhin er zu ihm geeilt sei.

„Sie hatte offensichtlich das Tor aufgemacht“, schilderte der Angeklagte. Er fuhr fort: „Mein Hund war rausgerannt.“ Als er ihn zurück holen wollte, habe die Nachbarin ihren „gefährlichen“ Vierbeiner einfach abgeleint. „Er kam sofort auf mich zu gerannt, da habe ich mit dem Gartenzwerg nach ihm geworfen.“ Er will das Tier im Nacken getroffen haben, hörte allerdings keinen Schmerzlaut. Ein Zeuge, sein Cousin, stützte diese Aussage.

Die vermeintlich Geschädigte aber widerlegte mit ihren Schilderungen die Worte des Angeklagten. Sie sei an jenem Abend mit ihrem Hund am Garten der Nachbarn vorbei gelaufen. Der Beschuldigte habe einfach das Tor aufgemacht, seinen Vierbeiner hinaus auf die Straße gelassen. „Dann hatten sich die Hunde, ich habe ihm gesagt, er solle seinen festmachen, doch er hat mich nur beschimpft“, so die 40-Jährige. Sie habe schnell nach Hause gehen wollen, als der Angeklagte und eine weitere Person erneut am Tor aufgetaucht seien.

Sie habe den Arm gehoben um den Gegenstand abzuwehren. Die Holzfigur habe sie mitgenommen. Den Splitter im Arm habe ihr später ein Arzt entfernt. Das Attest aber belegte dies nicht. Fragwürdig. Ebenso zweifelhaft: Der Lebensgefährte der Geschädigten gab vor Gericht an, die Gartenzwerg-Attacke gesehen zu haben. Doch in der Strafanzeige, die die Polizei erstellt hatte, tauchte der Name des 50-Jährigen nicht auf. Er habe sich den Beamten an jenem Abend überhaupt nicht gezeigt, hieß es vor Gericht. „Weil unsere trächtige Hündin nach dem Vorfall vor Schreck geworfen hat, da musste ich mich um sie kümmern“, begründete er.

„Es gibt hier einige Ungereimtheiten“, so die Staatsanwaltschaft und forderte den Freispruch. Der Richter folgte dem Antrag. Er sprach den bereits mehrfach, mitunter einschlägig vorbestraften 24-Jährigen frei. „Die Schilderungen weichen so stark voneinander ab, einer muss gelogen haben.“ Doch wer die Unwahrheit gesagt hatte, ließ sich nicht mit letzter Sicherheit ermitteln.

Sabine Latterner



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