Standort des Briefkasten auf Schwerin für viele ein Ärgernis
21.02.2012 | 17:21 Uhr 2012-02-21T17:21:00+0100
Castrop-Rauxel. Die Verlagerung des einzigen Briefkastens aus der Ortsmitte von Schwerin ärgert viele Einwohner. Der neue Standort am neuen Einkaufszentrum bereitet vielen älteren Mitbürgern Probleme.
Rund um den gelben Kasten herrscht geschäftiges Treiben. Ein ständiges Kommen und Gehen. Doch kaum ein Kunde der beiden Supermärkte beachtet den Briefkasten der Deutschen Post im neuen Einkaufszentrum auf Schwerin. Er ist die einzige Einwurfstelle für Briefe in diesem Stadtteil von Castrop-Rauxel. Und für viele Menschen ist er nicht mehr so leicht zu erreichen.
Höhenunterschied von zehn Metern
Albert Gottwald ist seit Jahrzehnten treuer Postkunde. Seinen Freunden in Ostdeutschland schreibt der 70-jährige Schweriner regelmäßig und wenn er Kohle bestellt, dann geschieht dies auch auf dem Postweg. Daher macht sich Albert Gottwald auf den für ihn deutlich länger gewordenen Weg und wirft am neuen Standort die frankierten Umschläge in den Briefkasten ein. „Für mich ist das noch kein Problem“, meint der Rentner. Die Distanz von der Haustür zum Einkaufszentrum ist 1200 Meter groß. Meistens ist er mit seinem Fahrrad unterwegs. Im Stadtteil lohnt es sich kaum, kurze Strecken mit dem Auto zurückzulegen. Doch wenn Gottwald zum Briefkasten möchte, dann muss er vom Fahrrad absteigen. Denn es geht bergauf. Das Einkaufszentrum und somit auch der Briefkasten befinden sich nun auf einer Anhöhe.
„Der Höhenunterschied beträgt nun zehn Meter“, weiß der Schweriner. Er hat beobachtet, dass einige Schweriner, die schon ein wenig älter und auf einen Rollator angewiesen sind, Probleme mit der Steigung haben. „Zwei bis drei Pausen werden hier eingelegt“, sagt der 70-Jährige.
Den neuen Standort hält Albert Gottwald für gänzlich ungeeignet. „Früher war der Briefkasten weiter unten an der Dortmunder Straße viel zentraler“, so der Rentner. Er zeigt mit dem Finger auf die öden Flächen rund ums Einkaufszentrum herum. „Und hier? Hier befinden wir uns außerhalb der Ortschaft“, meint Gottwald.
Bürgermeister unterstützt Rückkehr in Schwerins Mitte
Der Briefkastenumzug ist eine Folge der Verlagerung der Postagentur ins Einkaufszentrum. Die im Tabakwaren verankerten Serviceleistungen gaben den Ausschlag dazu, den jahrzehntelang gewohnten Standort aufzugeben. Doch damit will sich Albert Gottwald nicht zufrieden geben. Der 70-Jährige engagiert sich für eine Verlagerung des Briefkastens zurück in die Stadtteilmitte. Aus diesem Grund hat er sich schon mehrfach an die Deutsche Post AG gewandt.
Doch die Antwort des Unternehmens auf seine Hinweise stellt den Rentner nicht zufrieden. „Wir gehen davon aus, [...] dass die neuen Geschäfte mit Waren des täglichen Bedarfs von älteren Menschen gut erreicht werden können“, heißt es im Schreiben der Post. Der Briefkasten sei gut zu erreichen.
Diese Haltung stößt dem Schweriner auf, er will weiter protestieren und weiß dabei Bürgermeister Johannes Beisenherz auf seiner Seite. Dessen Spielraum sind in dieser Frage Grenzen gesetzt. „Doch er macht sich bei der Deutschen Post stark für eine Verlagerung“, sagt Stadtpressesprecherin Maresa Hilleringmann. Ein Funken Hoffnung für Albert Gottwald und viele Schweriner.
08:49
Das Gezanke um den Standort wird von der Post unerträglich hoch gehalten. Der Ortsteil Schwerin hat nur diesen einen Briefkasten wie wir Leser erfahren. Die Post nimmt doch keine Dienstleiterhaltung ein, wenn sie nicht Sorge dafür trägt, dass an weiteren geeigneten Stellen des Ortsteils Briefe abgegeben/eingeworfen werden können. Nein, sie verlagert den alten Standort zudem aus rein verkehrstechnischen persönlichen Erwägungen heraus an einen Standort, der tatsächlich fußläufig dezentral liegt und für die meisten unattraktiv zu erreichen.
Es muss jetzt schnellstens ein 2. und ggf. ein dritter Briefkasten installiert werden, wenn der Dienstleister Post seinen Job richtig machen will.