So oft prüft die Stadt Castrop-Rauxel ihre Hallen

Der Unfall unter den Turn-Ringen am 4. Oktober sprach sich unter Schülern der Janusz-Korczak-Gesamtschule in Ickern schnell herum. Es sei etwas von der Decke gefallen, hieß es darum falle der Sportunterricht aus. Fast zwei Wochen nach dem Unglück ist noch unklar, wie es überhaupt dazu kommen konnte.

Ickern.. Dabei waren sie alle so stolz, als im Januar 2011 die Halle eröffnet wurde: 2,5 Millionen Euro wurden hier aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung investiert. 1500 Quadratmeter Fläche, zwei Drittel davon für den Sport nutzbar - ein Traum vor allem für die Korfballer. Denn die hatten nun erstmals eine Halle zur Verfügung, bei der die Markierungen auf dem Hallenboden extra für ihre Sportart fest eingebracht waren. "Man hat wirklich an alles gedacht", sagte Hausmeister Willi Himmert damals. Die alte Halle von 1965 war damit Geschichte - die, wo Wasser in die Umkleideräume lief, wo der Putz von den Wänden bröckelte und das Vordach undicht war.

Turnhalle diente einige Monate als Flüchlingsunterbringung

Die Turnhalle wurde rege genutzt, bis die Bezirksregierung Arnsberg die Stadtverwaltung durch Zuweisungen in die Notwendigkeit brachte, hier - wie in anderen Sporthallen im Stadtgebiet - 2015 rund 150 Flüchtlinge unterzubringen. Die konnten aber nach einigen Monaten wieder ausziehen. "Es war die erste Halle, die wir mit Flüchtlingen belegt haben", erinnerte sich Nicole Fulgenzi, Sprecherin der Stadt, am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion.

Sanitäranlagen wurden nach Auszug der Flüchtlinge renoviert

Nach dem Auszug habe die Verwaltung wegen der intensiven Nutzung nur ein paar Sanitäranlagen reparieren müssen - mit Sportgeräten in der Halle selbst, obendrein auch noch Turn-Ringen, die an der Decke hingen, habe das aber nichts zu tun.

Prüfungsroutinen seien auch stets eingehalten worden, so die Stadt weiter: "Wasser, Luft, Elektro, Statik, Brandschutz, Hygiene, Sportgeräte - alles wird dreimonatig, einjährig, dreijährig oder zwölfjährige nach den Vorschriften untersucht", so Fulgenzi. TÜV, einfache Sichtprüfungen, Wartungsprüfungen und Inspektionen seien darunter.

Fest steht für die Stadt: Falls Baumängel die Ursache für das Abbrechen der Aufhängung gewesen sind, werde man der Sache nachgehen und gegebenenfalls Regressforderungen an die ausführende Baufirma stellen.