So könnte die Landesgartenschau 2020 aussehen

Die Städte Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herten und Herne planen mit der Emschergenossenschaft eine gemeinsame Landesgartenschau. Die Schau "Emscherland 2020" soll bis zu 50 Millionen Euro kosten. Hinzu kommen 17 Millionen Euro an laufenden Kosten im Veranstaltungsjahr. So sehen die Pläne aus.

Castrop-rauxel.. Die Emschergenossenschaft sieht gute Chancen für eine in fünf Jahren von Castrop-Rauxel, Herne, Herten und Recklinghausen getragene Landesgartenschau unter dem Motto "Emscherland 2020 - Wasser. Wege. Wandel."

Bei der Präsentation einer Machbarkeitsstudie vor den politischen Repräsentanten der vier Emscher-Anrainer am Mittwoch in Bottrop griff der Vorstandsvorsitzende der Emschergenossenschaft Jochen Stemplewski die berühmte Vision Willy Brandts vom "blauen Himmel über der Ruhr" im Bundestagswahlkampf 1961 auf: "Nach dem Himmel über dem Revier wird auch das Wasser in der Emscher wieder blau", rief er den Delegierten am Emscherklärwerk in Bottrop zu.

Laga 2020 soll krönender Abschluss sein

Die Landesgartenschau 2020 soll den krönenden Abschluss der Emscher-Renaturierung bilden, die mit einem Kostenvolumen von rund 4,5 Milliarden Euro das größte wasserwirtschaftliche Infrastrukturprojekt Europas ist.

Die Machbarkeitsstudie ist die Entscheidungsgrundlage für die Abgabe einer Bewerbung bis zum 1. September. Konkurrenten sind Bad Honnef und Kamp-Lintfort. Und das sind die Ideen:

Eine futuristische Brücke spannt sich am Wasserkreuz Henrichenburg als "Sprung über die Emscher" über eine idyllische Wasser-, Garten- und Promenadenlandschaft - an das alte Ruhrgebiet erinnern nur noch in der Ferne die Silhouette des Habinghorster Gewerbegebietes zwischen Kanal, Wartburg- und Kanalstraße:

Dies ist eine der Zukunftsvisionen des Emscherumbaus, mit der die Region um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2020 punkten will. "Die Landesgartenschau 2020 ist eine geeignete Plattform zur Präsentation des Emscherumbaus, an dem die Region seit 30 Jahren arbeitet. Das ist Strukturwandel in schönster Form", erklärte Castrop-Rauxels Bürgermeister Johannes Beisenherz am Mittwoch. Ob diese Brücke allerdings jemals das Licht der Welt erblicken wird, steht völlig in den Sternen. Denn sie gehört in die Kategorie der "optionalen Objekte" der Studie.

Mehr Chancen auf Realisierung hat hingegen die freigelegte Sicht in einen der Abwasserkanalschachtbauwerke, wie sie derzeit auch in Castrop-Rauxel entlang der Emscher entstehen. Hier soll der Blick in die "schwarze Emscher" möglich werden, also das Abwassernetz, das künftig getrennt vom Fließwasser in Richtung Westen abgeführt wird:

Das dritte Projekt auf Castrop-Rauxeler Stadtgebiet ist die Weiterentwicklung des großen Regenrückhaltebeckens in der Ickerner Heide und auf Mengeder Gebiet:

Das Gesamtkonzept der Landschaftsgartenschau 2020 besteht darin, Castrop-Rauxel, Herne, Herten und Recklinghausen auf einer Länge von 18 Kilometern durch das "Blau-Grüne Band" miteinander zu verbinden. Die Verknüpfung soll durch eine gezielt entwickelte Emscherpromenade erfolgen.

Drei thematische Schwerpunkte sind vorgesehen:

  • Recklinghausen/Castrop-Rauxel: Wasser - Landschaft mit Bauerngärten
  • Herne/Recklinghausen: Übergänge - Transformation mit Stadtgärten
  • Herten/Herne: Wege zum Wasser mit Industriegärten.

Für Castrop-Rauxel steht die Aufwertung der Flächen am Wasserkreuz im Vordergrund. Die Teilflächen, die sich durch den Umbau des Wasserkreuzes ergeben haben, könnten einer neuen städtebaulich-freiräumlichen Nutzung zugeführt und mit dem Stadtraum verknüpft werden. Auf einer kleinen Restfläche soll ein Informationsstützpunkt zu wasserwirtschaftlichen Themen realisiert werden.

Darüber hinaus werden Verbindungen zu angrenzenden Wohngebieten hergestellt, bestehende Freiflächen, wie die Henrichenburg, werden integriert.

Die geschätzten Kosten der Laga
Die Schmalspurversion
der Laga würde nach Berechnungen der Emschergenossenschaft 22 Millionen Euro kosten, die ambitionierteste Variante 50 Millionen.


Hinzu kommen Durchführungskosten von 17 Millionen Euro, die aber durch Einnahmen von geschätzten 800 000 (wie zuletzt in Zülpich) Besuchern gedeckt wären.


Auf die vier Kommunen kämen fünf Prozent der Kosten zu. Das wären also zwischen 1,1 und 2,5 Millionen Euro.