Schwänin in Henrichenburg wurde von Artgenossen getötet

Das Schwan-Weibchen, das dem einsamen Oskar am Schiffshebewerk Henrichenburg Gesellschaft leisten wollte, ist tot.
Das Schwan-Weibchen, das dem einsamen Oskar am Schiffshebewerk Henrichenburg Gesellschaft leisten wollte, ist tot.
Foto: Franz Rüping
Was wir bereits wissen
Sie hatten begonnen, ein Nest zu bauen. Und dann haben sie sich im Oberwasser am Schiffshebewerk Henrichenburg in die Federn gekriegt. Mit bitteren Folgen: Das Schwan-Weibchen, das dem einsamen Oskar Gesellschaft leisten wollte, ist tot.

Castrop-Rauxel.. "2015 wird es keinen Schwanen-Nachwuchs am Schiffshebewerk geben", schreibt Tierschützer Franz Rüping in einem Brief an unsere Redaktion. Rüping kümmert sich seit mehr als fünf Jahren um die Schwäne am Schiffshebewerk Henrichenburg. Vor wenigen Tagen wurde ihm gemeldet, das ein toter Schwan am Oberwasser schwimme, so Rüping. Das Schifffahrtsamt wusste nichts, also suchte er das Oberwasser selbst mit einem Fernrohr ab.

Kadaver vom Tierarzt untersuchen lassen

In einiger Entfernung entdeckte er einen Schwan, der sich mit einem leblosen Artgenossen beschäftigte. "Ich habe das Schifffahrtsamt um Hilfe gebeten, um den Schwan zu bergen", schreibt Rüping. Je näher er den Schwänen kam, desto klarer sah der Tierschützer.

Tierisch Oskar, das Männchen, das seit Ende vergangenen Jahres verwitwet ist, bearbeitete den leblosen Schwan unter sich. Eine Weile beobachtete Rüping das Geschehen. Erst als die Feuerwehr in einem Schlauchbot kam, ließ Oskar von dem anderen Schwan ab.

Als der Schwan geborgen und am Ufer angelangt war, nahm Rüping das tote Tier in seine Obhut. "Ich wollte die Todesursache wissen und bin mit dem Schwan zum Tierarzt gefahren", schreibt Rüping. Es seien keinerlei Verletzungen festgestellt worden. "Der Arzt sagte mir, es könne sich nur um einen Erstickunsgtod handeln", so der Tierschützer. Nach weiteren Gesprächen hat sich der Verdacht erhärtet, dass Oskar die Schwänin in einem Revierkampf getötet haben muss.

Neues Weibchen gesucht

Bereits im vergangenen Jahr seien immer wieder Kämpfe zwischen den Schwänen beobachtet worden. "Dabei geht es um Leben und Tod", so Rüping. Oskar bewohnt das Oberwasser jetzt wieder alleine. Am Unterwasser gibt es einen zweiten Schwanen-Mann. "Es wäre schön, wenn sich wieder ein Weibchen finden würde", schreibt Rüping. Sodass in nicht allzu ferner Zukunft vielleicht doch wieder Babyschwäne am Schiffshebewerk zu sehen sind.