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Castrop-Rauxel

Schnelle Schwestern

15.02.2010 | 17:59 Uhr
Schnelle Schwestern

Castrop-Rauxel. Sie sind Geschwister, sie sind ein Duo, sie sind rasend schnell. Nicht mit den Beinen, sondern mit den Fingern. Julia und Kathrin Quick kennen sich mit dem Tippen aus, nehmen sogar bei der Tipp-Olympiade teil.

Quick heißen sie und schnell sind sie: Die Zwillingsschwestern Julia und Kathrin Quick sind zwei ganz flotte Finger – mit acht Jahren meldete sie Mutter Teresa zu einem Tastaturschreibkurs an. Inzwischen beherrschen die Mädchen das Tippen mit zehn Fingern. An der Volkshochschule nahmen sie sogar an der Tipp-Olympiade teil.

Eigentlich nimmt die Volkshochschule (VHS) erst Kinder ab zehn Jahren in die Tastaturschreibkurse auf. Aber die Quicks haben erstens lange Finger und sind zweitens erblich vorbelastet: Denn schon Mutter Teresa war eine Schreibmaschinen-Rakete. Deswegen erschien es ihr auch als eine sinnvolle Förderung, ihren Töchtern das Tastenschreiben zu lehren. „Das brauchen sie noch die ganze Schullaufbahn hindurch und später im Berufsleben”, sagt Teresa Quick. „Dann haben sie schon mal was weg.”

Familie Quick lebt in Kirchlinde, direkt auf der Stadtgrenze. Die beiden Mädchen besuchen die dritte Klasse der Lindenschule und auch die hiesige VHS. Und sie gehen nachmittags zum Englisch, zum Klavierunterricht und zum Jazzdance. Und eben auch in den Tipp-Kurs.

„Die Vase gefiel ihm”, schreibt Julia, während ihr Blick auf dem Text zu ihrer Linken ruht. Und: „Die Aale liegen im Sand.” So etwas kann keine ihrer Freundinnen. Obwohl neunjährige Mädchen bereits häufig den Computer nutzen. „Manche suchen eine halbe Minute lang einen Buchstaben”, kichert Julia.

Im Tastatur-Kurs lernten sie, Texte abzuschreiben, manchmal zehn Minuten am Stück. Auch Texte können die Mädchen formatieren. Und schnell sind sie: 62 Anschläge etwa schafft Julia in der Minute.

Mama Teresa besitzt aus ihrer Jugendzeit Medaillen aus diversen Schnellschreibwettbewerben. 500 Anschläge war ihr Standard, den erbrachte die gelernte IHK-Sekretärin und Mitglied des Stenografenvereins am Hellweg auf der elektrischen Schreibmaschine – obwohl sie alle „Spielarten” des Tastenschreibens noch kennt: die mechanische Maschine, der Kugelkopf, das Typenrad. Und auch ihr Mann Stefan Quick beherrscht das Schreiben mit zehn Fingern aus dem Effeff. Aber nein, schmunzeln beide, an der Tastatur hätten sie sich nicht kennen gelernt.

Was möchten die Schwestern Julia und Kathrin denn später beruflich machen? „Pianistin”, sagt Julia, die zum Beispiel „den langsamen Teil aus ,Für Elise' ganz schnell” spielen kann. Und Kathrin sagt das, was natürlich auf der Hand liegt: „Ich will später mal im Büro sitzen.”

Susanne schild

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