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Castrop-Rauxel

Schmutz ist immer

06.11.2009 | 17:35 Uhr
Schmutz ist immer

Ein kurzer Plausch zwischen wischen und saugen. Sonntag ist „Tag der Putzfrau”.

Die Castrop-Rauxelerin Petra Kosch (51) ist seit 24 Jahren als Putzfrau bei der Ray Facility Management Group in Henrichenburg beschäftigt. Mit der Schmutz-Terminatorin, bei der Staubkörner absolut keine Chance haben, sprach Gerhard Römhild.

Am Sonntag ist Tag der Putzfrau.

Kosch: Wirklich? Das habe ich ja noch nie gehört. Finde ich gut, dass mit so einem Tag auch mal an die Putzfrauen gedacht wird.

Ist der Begriff Putzfrau nicht eher abwertend?

Mmmh, für manche sicherlich, aber ich sehe das überhaupt nicht so.

Haben Sie negative Erfahrungen gemacht?

Also ich nicht. Ich bin ja die Jahre immer in der Verwaltung gewesen, da gab es nie Negatives. Ganz im Gegenteil, ich bin richtig mit Herzblut dabei und auch mit vielen per Du. manche nennen mich auch ,die gute Perle'.

Reinigungskraft (Putzfrau) Petra Kosch putzt zum Tag der Putzfrau am 08.11.09 in Castrop-Rauxel. Foto: Thomas Gödde / WAZ FotoPool

Warum gibt es so wenig Putzmänner?

(lacht in sich hinein) Das weiß ich auch nicht. Wobei, wir haben hier welche, die sind Gebäudereiniger, allerdings eher im Bereich Fensterputzen und Teppichreinigung beschäftigt.

Ihre Tätigkeitsfelder?

Eigentlich alles rund ums Thema Sauberkeit - bis auf Glas. Staubsaugen, wischen, Toiletten säubern, Fliesenspiegel, Abfalleimer, ja auch das Blumengießen gehört dazu. Und natürlich das Schreibtischsäubern. Überraschungen erlebe ich selten, denn ich kenne hier jeden Winkel. Das ist natürlich anders, wenn man in wechselnden Objekten arbeitet.

Und was nervt besonders an Büros?

Da würde ich mir vor allem wünschen, dass die Schreibtische morgens abgeräumt sind, also abends sollte alles schon ein bisschen zusammengestellt sein. Einfach mehr Ordnung, um uns Putzfrauen die Arbeit zu erleichtern.

Wie sieht's mit der Arbeitsdichte aus?

Also, hier ist es nicht so knapp bemessen. Ich habe hier drinnen im Hause mehr Zeit, das ist gut. Draußen sieht es wohl etwas enger aus.

Was hat sich in den letzten Jahren geändert?

Gut, es gibt in der Branche Zeitkürzungen. Das höre ich schon einmal von Kollegen.

Und der Umgang miteinander?

Ich werde gut behandelt, die Angestellten sind richtig kollegial zu mir. Deswegen bin ich so lange schon hier.

Wie sieht es mit der körperlichen Belastung aus?

Ja, die ist in der Tat hoch, denn man muss schnell und trotzdem gründlich sein. Hinzu kommt jede Menge Bücken und durchaus schweres Tragen. Der Staubsauger will ja rauf und runter geschafft werden. Das geht in die Arme und den Rücken.

Wie gleichen Sie die Belastung aus?

Durch Fahrradfahren und Spazierengehen. Ins Fitnessstudio gehe ich nicht.

Hat man da noch Lust auf den Hausputz?

Ja, doch. Ich sehe das ganz locker zu Hause. Den Putzlappen kann ich durchaus noch sehen. Und ein Putzfimmel liegt mir fern. Außerdem ist nicht mehr so viel zu tun. Wir sind ja nur noch zu zweit.

Die Putzfrau ist im TV und auf der Bühne oft schlagfertig und bodenständig. . .

. . .und in der Wirklichkeit auch. Da sind schon witzige, schlagfertige Kolleginnen dabei. Die sind burschikos und geradeheraus. Die sagen, was Sache ist.

Gebäudereiniger - ein Beruf mit Zukunft?

Ja, auf jeden Fall. Schmutz ist doch immer, oder?

Der „Tag der Putzfrau” am Sonntag, 8. November, geht auf eine Idee der Krimiautorin Gesine Schulz zurück, deren Romanheldin Karo Rutkowsky Putzfrau und Privatdetektivin ist.

Gerhard Römhild

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