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Geierabend-Premiere

Schenkel-Klatscher

28.12.2012 | 16:52 Uhr
Schenkel-Klatscher

Dortmund/Castrop-Rauxel. Nachhaltigkeit heißt ja nichts anderes, als dass Ursache und Wirkung möglichst weit auseinander liegen. Also, wenn die Pointe erst auf dem Heimweg zündet, ist das Nachhaltigkeit. In diesem Sinne ist der Geierabend 2013 sehr wohl zu loben, zumindest seine Premiere (in 2012).

Vielleicht liegt es ja an diesem typischen Premierenpublikum, die Sponsoren sind anwesend, die Kulturszene, die von einst, ist es auch. Aber sicher hat es auch etwas mit diesem besonders feinen, subtilen Humor zu tun, den die Dortmunder Feingei(st)er bekanntlich pflegen, erst recht die Zwei vonne Südtribüne (Franziska Mense-Moritz, Hans Martin Eickmann), die in den tiefsten Tiefen der menschlichen Logik graben. Wenn du dir vornimmst, einen ganzen Tag mal nichts zu machen, und du schaffst das - hast du dann was gemacht, oder hast du nichts gemacht? Hä?

Jede Menge tonaler Mut

Doch erst einmal ist wichtig, dass alle wieder da sind. Der Präsident. Der Steiger. Alle sind sie dabei. Lilli & Lotti. Siegfried & Roy. Miss Annen. Die Awo-Oppas. Nur die Band. Die hat ein neues Saxofon. Aber ein schönes (Karin Hatzel). Auch die Ressentiments dürfen nicht fehlen. Klar geht wieder der Schuss Richtung Schalke los. Die verstörte Miss Annen (Sandra Schmitz) scheitert erfolgreich beim Versuch einer Büttenrede, verheddert sich aber in den vielen Ruhr-Reimen. Manchmal kommt einmal im Jahr die Müllabfuhr/nach Witten-Annen anne Ruhr.

Die Geier entstammen der Theaterszene. Das zahlt sich aus. Wie sich Siegfried (Risse) und Roy (Hans-Peter Krüger) „hypenotisieren“, um die nächsten Lottozahlen herauszufinden, ist schon stark, eine Nummer zum Schenkelklatschen. Eigentlich. Onkel Theos Organe to Go kommen da so nicht mit. Dafür erklären uns die Awo-Oppas Martin Kayhs und Eickmann (der auch der Steiger ist), wieso Bob Dylan seit zwanzig Jahren auf Abschiedstournee ist; logisch, er kann sich das Heim nicht leisten.

Der Chor der Verfassungsschützer ist von den Blues Brothers inspiriert. Die Musik der Panneköppe ist überhaupt viel und vielseitig, manchmal auch von tonalem Mut geprägt. Richtig gelungen: ein Filmmusiken-Medley gleich nach der Pause. Noch mal zum Witz, zu den Pointen, zum politischen Biss: Manchmal wird zu sehr herumgedruckst, wie bei der Beschneidungsnummer.

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