Rütgers wird für 702 Millionen Euro nach Indien verkauft
22.10.2012 | 16:22 Uhr 2012-10-22T16:22:00+0200
Castrop-Rauxel. Die Verträge sind unterschrieben: Eigentümer Triton hat den führenden Hersteller von Chemierohstoffen aus Steinkohlenteer, Rütgers, an Rain CII verkauft, eine Tochtergesellschaft der indischen Industriegruppe Rain Commodities Limited. Der Bruttoverkaufspreis lag bei rund 702 Millionen Euro.
Die Rütgers-Mitarbeiter sind guter Dinge. Nach dem Verkauf des Unternehmens an die indische Industriegruppe Rain CII für 702 Millionen Euro blicken sie zuversichtlich in die Zukunft. Sie sehen eine Ausweitung der Produktpalette und des geografischen Aktionsradius.
Vor viereinhalb Jahren hat der Finanzinvestor Triton, ein Private Equity Unternehmen, die Rütgers Gruppe von Evonik übernommen. Im März 2011 tauchten erste Gerüchte über einen weiteren möglichen Eigentümerwechsel auf. Nun wird der führende Hersteller von Chemierohstoffen aus Steinkohlenteer nach Indien verkauft, geht für rund 702 Millionen Euro in den Besitz von Rain CII, einem der weltweit führenden Hersteller von kalziniertem Petrolkoks und Zulieferer der globalen Aluminiumindustrie.
Betroffen ist auch der Standort Castrop-Rauxel
Betroffen ist davon auch der Standort Castrop-Rauxel mit seinen rund 460 Mitarbeitern, wo man den Verkauf allerdings durchweg positiv sieht. Henri Steinmetz, Vorsitzender der Geschäftsführung von Rütgers: „Sowohl die Produkte, als auch die Standorte von Rütgers und Rain CII ergänzen sich gegenseitig.“
Ängste wegen der Übernahme gibt es auch in der Belegschaft nicht, versichert der Betriebsratsvorsitzende Ralf Danszcyk und lobt ausdrücklich die Arbeit in den vergangenen viereinhalb Jahren. „Wir haben hier alle einen guten Job gemacht, und das wird auch so weiter gehen.“ Vereinbarungen sicherten weiterhin die Rechte der Mitarbeiter ab, sagt Danszcyk, der es absolut richtig findet, dass mit der Übernahme „eine Produktausweitung und die Erweiterung der geografischen Reichweite “ einher geht.
Die „sehr gute Aufstellung“ lobt auch Rütgers-Sprecherin Annkatrin Sonn. Unter dem Eigentümer Triton „haben wir das Unternehmen wettbewerbsfähig gemacht“, habe man viel investiert und werde weiter investieren wie beispielsweise in die Abgasverbrennungsanlage. Nun könne man guten Gewissens davon ausgehen, dass „dies beste Voraussetzungen sind, um weiterhin zu wachsen“. Kurzum: „Rütgers ist sehr gut aufgestellt für die Zukunft.“ Man wolle nun „mit vollem Schwung an den Sachen arbeiten“.
Sinnvolle strategische Fusion
Bürgermeister Johannes Beisenherz wurde gestern persönlich von Rütgers-Geschäftsführer Herbert Knorr per Telefon über den Eigentümerwechsel informiert. „Wenn die Perspektive nun ist, dass das Unternehmen nicht eingeschränkt, sondern gestärkt wird, dann ist es zu begrüßen.“ Ihm sei jedenfalls mitgeteilt worden, dass es um eine sinnvolle strategische Fusion gehe, von der die Mitarbeiter nicht berührt würden und die Belegschaft eher stabilisiert werde.
Die gute Arbeit der Rütgers-Belegschaft ist auch für Peder Prahl, Vorsitzender der General Partner des Triton II Fonds, Grund zum Lob: „Wir möchten uns bei allen Rütgers Mitarbeitern für die ausgezeichnete Zusammenarbeit bedanken.“
Gute Lösung für Rütgers
Rütgers will, so der Vorsitzende der Geschäftsführung, Henri Steinmetz, „den bisherigen Wachstumskurs fortsetzen“. Triton-Sprecher Max Hohenberg sieht in dem Chemieunternehmen „absolutes Potenzial“. Der neue Verband mit Rain CII biete nun noch mehr Möglichkeiten. „Wir meinen: Das ist eine gute Lösung für Rütgers.“ Immerhin habe man seit dem Kauf 2008 eine Umsatzsteigerung von 25 Prozent erzielt. Die aktuelle Transaktion nun steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Behörden. Der Abschluss der Transaktion wird im ersten Quartal 2013 erwartet.
Seit mehr als 160 Jahren setzt Rütgers Maßstäbe als Hersteller hochwertiger Basis- und Spezialchemikalien . Die Rütgers-Gruppe ist mit acht internationalen Produktionsstandorten und rund 1000 hochqualifizierten Mitarbeitern Europas führender Hersteller von Chemierohstoffen aus Steinkohlenteer.
11:48
Was wollen wir wetten, wie lange es dauert, bis die Firma und Ihre Belegschaft im Zuge der Internationalisierung, Globalisierung und sonstigen Floskeln abgewickelt wird ?
Erst einen ordentlichen Technologietransfer nach Indien und dann wird die Bude dicht gemacht.... Was interessiert einen Indischen Investor die Produktion in Deutschland ? Was die Inder brauchen ist die Technologie, wenn Sie das beherrschen, sind die Löhne in Indien viel billiger und die 1.000 Spezialisten der Rütgers Chemie sind überflüssig ! In Indien gibt es in mehr als 1.000.000.000 Menschen sicherlich genügend die das Ganze auch lernen und dann zu in Indien üblichen Löhnen machen können....
Schade um diese Traditionsfirma und deren Mitarbeiter, aber eine Heuschrecke wie Triton interessiert das alles auch überhaupt nicht !
Meine Wette läuft auf 3-5 Jahre !
08:26
Ganz nach dem Motto: "Billig, aber doch geschmacklos!"
00:50
Das ist hier dir Frage.
22:50
Und wieder ein erfolgreicher "Mittelständler" der nicht mehr "Made in Germany" ist.
Die meisten gehöre schon den Finanzinvestoren (inklusiv ihrer ehemaligen MA-Wohnungen.
Jetzt nur noch abkassieren!
19:58
Wir sollten dem Investor sagen, dass wir eine Gruppe "Landsleute" seit vielen Jahren hier im Ortsteil leben und wir uns freuen, wenn Splitter der Investitionen auch in die hiesige Infratruktur fließen
18:47
Stutzig wurde ich erst, als ich die hohe Summe las und mich fragte, wer für den soviel Geld ausgeben würde, wo er in NRW doch viel billiger war. :-D