Retter haben Feuerwache Henrichenburg bezogen

Wer im Norden Castrop-Rauxels dringend Hilfe benötigte, musste häufig länger als acht Minuten warten, bis der Rettungsdienst vor Ort war - denn dort war kein Rettungswagen stationiert, die Anfahrt war also lang. Das hat sich jetzt geändert. Denn die Retter haben die neue Feuerwehrwache bezogen.

Henrichenburg.. Der städtische Rettungsdienst ist ab sofort im Norden unserer Stadt schneller vor Ort. Nach jahrelangem Vorlauf hat am Mittwoch (14. Januar) ein Rettungstransportwagen (RTW) mit zwei Mann Besatzung den Standortbezogen.

"Damit können wir die Anfahrten zu unseren Hilfeleistungen in Henrichenburg, Becklem, Ickern und im nördlichen Habinghorst massiv verkürzen" , versicherte Feuerwehrsprecher Michael Brudek im Gespräch mit unserer Redaktion.

Fristen häufig überschritten

Bei der Formulierung des Rettungsdienstbedarfsplans 2010, der in diesem Jahr fortgeschrieben wird, war festgestellt worden, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Hilfeleistungsfristen von acht Minuten vom Notruf bis zum Eintreffen des Wagens am Einsatzort im Norden häufig verfehlt werden.

"Da hat leider auch die Klöcknerstraße nicht sehr viel gebracht", bedauerte Brudek. Insofern war die Einrichtung einer Außenstelle unabdingbar. Diese war jedoch erst nach dem Neubau des Gerätehauses an der Hedwig-Kiesekamp-Straße im Ortskern von Henrichenburg möglich.

Norden ist Schwerpunktgebiet

"Unsere Berechnungen haben ergeben, dass wir mit dem neuen RTW auf fast 16 Einsätze in 24 Stunden im Norden kommen", berichtete Brudek. Jetzt müsse man schauen, wie sich das in der Praxis entwickele. Der Norden sei insofern ein Schwerpunkteinsatzgebiet, als in Ickern nach wie vor die meisten ehemaligen, inzwischen alten Bergleute wohnten, der demografische Wandel dort am weitesten voran geschritten sei.

Zugute kommt die neue Wache auch Verletzten bei Autounfällen auf der A 2 im Bereich der Anschlussstelle Henrichenburg, die nur einen Katzensprung entfernt liegt. "Mit der neuen Wache Nord werden wir auf jeden Fall die vorgeschriebenen acht Minuten in neunzig Prozent der Einsätze erreichen", war sich der Feuerwehr-Sprecher sicher.

Im Laufe des Jahres erfährt der Rettungsdienst im übrigen Stadtgebiet ebenfalls eine Verbesserung, weil die rechnerisch verbleibenden anderthalb RTW an der Hauptwache auf zwei aufgestockt werden sollen. Dafür müssen allerdings noch ein politischer Beschluss sowie das entsprechende Personal her. Von 81 Feuerwehrleuten sind 67 auch im Rettungsdienst tätig.