Recklinghäuser Werkstätten öffnen beim Frühlingsfest ihre Türen

Recklinghausen..  Vorurteile gebe es weiterhin, sagt Michael Wiese, Sprecher der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen: „Manche denken immer noch, dass Menschen mit Behinderungen eigentlich nichts so richtig können.“ Und auch deshalb veranstaltet die Werkstatt in Recklinghausen-Süd am kommenden Sonntag, 26. April, ein Frühlingsfest und öffnet ihre Türen: Um zu zeigen, wo und wie Menschen mit Behinderungen arbeiten – und was sie alles leisten.

„50 Jahre alt, aber gebraucht“: Unter diesem Motto begeht die Diakonie im Kirchenkreis ihr Jubiläumsjahr. Dem Frühlingsfest kommt dabei besondere Bedeutung zu – schließlich sind die Recklinghäuser Werkstätten für Menschen mit Behinderungen ein wesentliches Standbein des hiesigen Wohlfahrtsverbandes. An elf Standorten im Kirchenkreis arbeiten mehr als 1800 Frauen und Männer. Tätig sind sie in der Metallverarbeitung, der Elektromontage oder der Großwäscherei, so der Leiter der Werkstatt in Recklinghausen-Süd, Christoph Marienbohm. Dabei machen die Beschäftigten leichte Verpackungs- und Montagearbeiten, bedienen aber auch komplizierte Werkzeug-Maschinen – oder binden etwa die Jahresbände für das Archiv des Medienhauses Bauer. „Wir haben nie auf Eigenprodukte gesetzt, sondern uns bis heute immer als verlängerte Werkbank für Industrie, Handel und Dienstleistungsunternehmen verstanden“, sagt Wiese.