Prozession gegen die Pest
11.08.2009 | 18:15 Uhr 2009-08-11T18:15:00+0200Die Obercastroper sprechen von „Boken”, die Stadtverwaltung jedoch von „Booken” - wie auch immer: Am Sonntag, 16. August, findet wieder die alljährliche Booken-Prozession statt.
Sie beginnt um 10 Uhr in der St. Elisabeth-Gemeinde. Der Prozessionsweg führt anschließend über Bochumer Straße, Kreuzstraße, Bookenweg, Kreuzstraße, Grüner Weg, Bochumer Straße zurück zur Pfarrkirche. Die Gemeinde bittet alle Gläubigen, den Prozessionsweg feierlich zu schmücken.
Die Boken- oder Booken-Prozession findet seit 1637 immer am Fest des Heiligen St. Rochus, dem 16. August, statt. Damals hatten die Obercastroper Johann Callenberg, Heinrich Rütershoff, Heinrich Schlingmann und alle anderen Einwohner der Bauernschaft Obercastrop das Gelübde abgelegt, zur Abwendung einer neuen Pestepidemie das St. Rochus-Fest feierlich wie das Osterfest zu begehen. Das hieß damals laut Stiftungsurkunde, „uns nicht allein von Knechtlicher Arbeit gänzlich enthalten sondern den Gottesdienst, welcher in den Kirchen zu Castrop und anderer gestellt nach Ordnung der Allgemeinen Römischen Kirchen von einem Katholischen Priester Jederzeit gehalten werden sollte, allerseits fleißig beiwohnen” sollten. Zusätzlich soll den Armen gespendet werden.
Dieses Gelübde soll „Jederzeit und zu ewigen Zeiten festiglich und unverbrüchlich zu halten, auch nicht zu gestatten, das von jemand anders. . . verdreht oder aufgehoben wird.”
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Auch die Pest ist Gottes Wille und dient der Prüfung. Nur wer im Leben rein ist wird diese überstehen.